28.11.2021 19:49 |

„When Harry met Santa“

Norwegen outet den Weihnachtsmann als schwul

Eine norwegische Werbekampagne schlägt aktuell Wellen im Internet, denn: Der Weihnachtsmann verliebt sich - und zwar in einen Mann. Was für manchen skurril anmutet, hat jedoch nicht zwangsläufig den Zweck ein Produkt an die Kunden zu bringen. Der vierminütige Spot wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Entkriminalisierung von Homosexualität in Norwegen produziert. Das Video stößt auf kontroverse Meinungen.

Hinter der Einschaltung mit dem Titel „When Harry met Santa“ (eine Anspielung auf den Film „When Harry met Sally“; Anm.), steckt die norwegische Post, die damit die Weihnachtszeit auch im Fernsehen einläuten will. Die Geschichte ist herzzerreißend und unkonventionell - schließlich präsentiert der Versanddienstleister den Julenissen (die norwegische Version des Weihnachtsmanns) als homosexuell.

„Alles, was ich mir wünsche, bist du“
Die Romanze beginnt als Harry den Weihnachtsmann sieht, der ihm die Geschenke nach Hause bringt. Ihre Blicke treffen sich und schon ist es um sie geschehen. In Folge kommt es zum jährlichen Treffen der beiden älteren Männer, wobei es zunehmend zu knistern beginnt. Schließlich schreibt Harry einen Brief an den Weihnachtsmann: „Alles, was ich mir zu Weihnachten wünsche, bist du“, schreibt er seinem Schwarm.

Post ermöglicht ersten Kuss
Doch der ist zu beschäftigt, hat er doch Geschenke auszuliefern. Bis zu guter Letzt der Wunsch doch in Erfüllung gehen soll. Denn netterweise übernimmt die norwegische Post an einem Heiligabend die Zustellung der Weihnachtsgeschenke - und schenkt dem Paar damit nicht nur gemeinsame Zeit, sondern auch Gelegenheit für den ersten Kuss.

Und so kommt es auch: Weil die Post netterweise die Auslieferung der Weihnachtsgeschenke übernimmt.

Stark polarisierende Szenen
Das Video hat einen ernsten Hintergrund: Es ist dem 50. Jahrestag der Entkriminalisierung von Homosexualität in Norwegen gewidmet. Mittlerweile verfügt das Land über eine der fortschrittlichsten LGBTQ-Gesetzgebungen in Europa, und der Gay Travel Index stuft Norwegen immer wieder als eines der schwulenfreundlichsten Länder der Welt ein. Lebenspartnerschaften sind seit 1993 legal und LGBTQ-Personen können seit 1979 offen im Militär dienen.

Der Clip sorgte rasant für internationale Aufmerksamkeit. Alleine auf der Videoplattform Youtube wurde er innerhalb der ersten Woche fast 1,5 Millionen Mal abgespielt. Die Meinungen dazu sind jedoch stark polarisierend. Während einige einen absoluten Tabubruch sehen, erklärte etwa der kanadische Parlamentsabgeordnete Randall Garrison, dass es sich dabei um eine „starke und bewegende Botschaft der Inklusion“ handle.

Post: „Liebe kennt keine Grenzen“
Dargestellt werden die Protagonisten dabei von den bekannten skandinavischen Schauspielern Johan Ehn und Terje Stromdahl. Die Post erklärte, dass man mit der Werbung zeigen wolle, „dass Liebe keine Grenzen kennt“. Bislang sei jedoch noch nicht entschieden, ob es im nächsten Jahr eine Fortsetzung der Liebesgeschichte geben wird.

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