Akuter Personalmangel

Waldviertler Wirte sperren jetzt der Reihe nach zu

Lange Zeit war Waidhofen an der Thaya ein Eldorado der Gastronomie-Szene: In keiner anderen Bezirksstadt des Waldviertels gibt es mehr Gasthäuser, die nebeneinander existieren konnten. Mit dem Zusperren zweier Gasthäuser und einer drohenden dritten Schließung bekommt das Aushängeschild der Region aber nun Risse.
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Das Café-Restaurant Oswald’s ist seit 15-Jahren im Thayazentrum der Raiffeisenbank in Waidhofen eingemietet und bietet einen beliebten Gastgarten im Stadtkern. Nun ist bald Schluss. „Es gibt eine Mieterhöhung, die in dieser Zeit wirtschaftlich nicht zu stemmen ist. Aber es gibt auch andere maßgebliche Gründe“, bestätigt Wirt Jürgen Scharizer Gerüchte, dass man mit der Bank nicht mehr zusammengekommen sei. Seine Gesundheit ist ein weiterer triftiger Grund, warum er mit seiner Frau Bettina das Lokal nicht mehr weiterführen kann: Im Jänner soll eine Operation am Fuß folgen, nach der er vier bis fünf Monate ausfallen wird.

Die finanzielle Unsicherheit in der Pandemie – etwa durch viele Absagen von Weihnachts- und Familienfeiern – und Personalmangel in der Branche führten zum schweren Entschluss, das gut gehende Lokal aufzugeben. Personalprobleme hatte auch Wirtin Andrea Bruckner, die das Traditionswirtshaus „Goldener Hirsch“ Ende Oktober schloss. Sie keinen Koch gefunden, mit der Kundenfrequenz war sie zufrieden. „Ich möchte in der Gastronomie bleiben“, sagt die Wirtin, mehr wisse sie aber derzeit noch nicht.

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Den Winter bringen wir noch drüber, aber den Sommer schaffen wir mit diesem Personalstand nicht mehr. Wir suchen dringend fähige Leute.

Michael Schandl, Gastwirt

Auch der Landgasthof Streicher in Vestenötting bei Waidhofen ander Thaya ist von von Schließung bedroht. Im regionalen Lieblingswirtshaus des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil arbeiten derzeit acht Mitarbeiter. „Zu Spitzenzeiten hatte ich 18 Leute“, erklärt Wirt Michael Schandl. Er führt seit 2015 den Gasthof. Die kommenden Monate seien noch zu schaffen, aber dann werde es personalmäßig eng.

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