Video ausgewertet

Rax-Inferno begann an illegalem Lagerfeuerplatz

Eine Woche nach Ausbruch des Waldbrandes in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) wird auch am Montag weiter gegen zahlreiche Glutnester gekämpft. Im Einsatz standen laut Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber fast 600 Helfer, exakt 111 Fahrzeuge und etliche Fluggeräte. Zudem haben Brandermittler den wahrscheinlichen Ursprungsort des Flammeninfernos mittels Videoauswertung lokalisiert: Ein beliebter Aussichtsplatz, an dem bereits in der Vergangenheit immer wieder illegal Lagerfeuer entfacht worden seien, wie Polizeisprecher Johann Baumschlager am Montag gegenüber krone.at bestätigte.

Baumschlager erklärte, dass bei der Auswertung von Videokamera-Aufzeichnungen der Rax-Seilbahn - diese sind auf den Seilbahn-Gegenhang gerichtet - zu erkennen war, dass am Montag, dem 25. Oktober, um exakt 10.45 Uhr eine „erste Rauchsäule“ aus dem Waldgebiet aufstieg. Und zwar genau in einem Bereich des Hanges, der als beliebter Aussichtsplatz gilt. Schon in der Vergangenheit waren dort immer wieder illegalerweise Lagerfeuer entfacht oder Zigarettenstummel weggeworfen worden.

Daher liege laut dem Polizeisprecher nahe, dass genau dort das Feuer grob fahrlässig herbeigeführt worden sei. Das Feuer breitete sich danach extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar!

Zahlreiche Glutnester im Hang
„Wir sind alle optimistisch, dass wir hier gute Erfolge erzielen und das in den nächsten Tagen in den Griff bekommen, aber es wird noch einige Tage dauern“, betonte Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) am Montag, der einmal mehr die großartigen Leistungen der Helfer in den Vordergrund rückte.

Bezirksfeuerwehrkommandant Huber, gleichzeitig auch Einsatzleiter, sprach am Montagvormittag dann von einer „verhältnismäßig ruhigen“ Nacht. Auch wenn mit freiem Auge bereits weniger Glutnester erkennbar seien als zuletzt, seien noch sehr viele im Hang, die auch von Bodentruppen bekämpft werden müssten.

In der Luft waren auch am Montag neben Hubschraubern von Bundesheer und Innenministerium mehrere Fluggeräte aus anderen Ländern. Unterwegs waren zwei Spezialhubschrauber aus Deutschland - Sikorsky CH-53 - und die beiden aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415. Ebenso eingesetzt wurde einmal mehr eine Maschine aus der Slowakei. Allein am Sonntag wurden bei knapp 1100 Flügen beinahe 1,4 Millionen Liter Löschwasser verwendet. Insgesamt wurden bisher nach Angaben aus dem Büro von Pernkopf mehr als drei Millionen Liter über den Brandstellen abgeworfen.

Hoffen auf Wetterumschwung
Diese Fluggeräte aus dem Ausland dürften dem Rax-Gebiet großteils noch mehrere Tage erhalten bleiben. „Der Einsatz der Maschinen aus Deutschland und Italien ist bis Mittwoch eingetaktet“, sagte Huber. Entspannung der generellen Lage könnte der seit Tagen ersehnte Niederschlag bringen. In der Nacht auf Dienstag soll eine Kaltfront eintreffen und verbreiteter Regen einsetzen.

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