Kunstwerke im Büro

Neuer SPÖ-Landtagschef zeigt ungewohnte Seiten

Wir wollten vom neuen Dritten Landtagspräsidenten Peter Binder (SPÖ) wissen, wie er denn den Spagat zwischen partei- und klubintern gewünscht schärferer Oppositionspolitik und darüberstehen sollender Präsidentenfunktion schaffen wird. Und haben Einblicke in eine  künstlerische Neigung des Politikers bekommen, weshalb er auf dem Foto  im von Vorgängerin Gerda Weichsler-Hauer übernommenem Büro im Linzer Landhaus drei Kunstwerke präsentiert.

„Ich hoffe, Sie können damit was anfangen. Wenn nicht, haben Sie vielleicht wenigstens neue Einblicke in meine politische Gedankenwelt bekommen“, schreibt uns der neue, in der Hierarchie Dritte, Landtagspräsident der SPÖ, Peter Binder. Es geht um die drei Bilder, die er auf dem Foto präsentiert. 

Junge, aufstrebende KünstlerInnen unterstützen
Das große Bild mit dem Titel „Grenzgänger“ (im Landesbesitz) hat er von der Vorgängerin übernommen: Sie unterstützte mit dem Ankauf (noch zu Schilling-Zeiten) einen jungen Studenten, der Jahre später wiederkam, um das Bild zu signieren: Parov Stelar (den Binder auch als DJ sehr verehrt). Der Politiker ergänzt: „Ich denke, das Land Oberösterreich sollte wieder mehr junge, aufstrebende KünstlerInnen unterstützen und auch von noch Unbekannten Werke erstehen, anstatt dass sich Repräsentanten des Landes erst viel später von Konzert zu Konzert oder Ausstellung zu Ausstellung begeben, um immer wieder gemeinsame Fotos mit den dann möglicherweise international bekannten Kunstschaffenden zu erhaschen.“

Mehr Redlichkeit und Aufrichtigkeit schaden nicht
Bild Nummer 2 (rechts am Foto), „Joshua commanding the sun to stand still upon Gibeon“ ist - als kleinere Kopie - ein „Souvenir“ aus der National Gallery of Art in Washington DC, in die ihn 2018 der frühere VSStÖ-ÖH-Kandidat Rene Röbl schickte: „Das Bild ist für mich ein Zeichen von Freundschaft und dass man sich nie Neuem verschließen darf“, so Binder. Mehr über dieses Bild von John Martin finden Sie hier. Aber auch Binder kann etwas darüber erzählen: „Es zeigt eine spannende Geschichte aus dem Alten Testament: die Stadt Gibeon verbündete sich mit den Israeliten, weshalb fünf Kanaanitenkönige beschlossen, sie anzugreifen. Die Bewohner der Stadt riefen Joshua von den Israeliten zu Hilfe, und der ,befahl Sonne und Mond den Stillstand, damit Zeit blieb, die Gegner zu vernichten‘. Mit der richtigen Überzeugung kann einer also auch fünf Gegner bezwingen (es muss dabei nicht immer der Glaube an Gott sein, und man kann auch mit Argumenten siegen), und nachzulesen ist das im ,Buch des Redlichen‘ (mancherorts: der Aufrechten), und mehr Redlichkeit und Aufrichtigkeit schadet im Landhaus sicher nicht (Zwinker-Smiley).“

Chancengleichheit endlich vollständig umsetzen!
Das Bild links am Foto, „Ohne Titel“, hat Binder persönlich von einem beeinträchtigten jungen Künstler erstanden, Andreas Anderle: „Dieses Bild wird mich stets daran erinnern, zu welch tollen Leistungen Menschen mit Beeinträchtigungen fähig sind“, sagt er. Und Binder ergänzt: „Weshalb es auch meine Aufgabe ist, weiter und dabei noch strenger als bisher darauf zu achten, dass das Oö. Chancengleichheitsgesetz endlich konsequent und vollständig umgesetzt wird. LH Stelzer meinte ja, die bisher verantwortlichen sozialdemokratischen Referenten hätten sich immer auf den Finanzreferenten ausgeredet, Hattmannsdorfer (der neue ÖVP-Soziallandesrat) wird jetzt sicher das Gegenteil beweisen.“

Überparteilichkeit und kritische Kontrolle
Und der politische Spagat? „Wenn ich eine Landtagssitzung leite, werde ich das mit der gebotenen Überparteilichkeit machen“, verspricht Binder. Er sagt aber auch dies: „Als Abgeordneter werde ich auch der mir von den Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern auferlegten Verantwortung nachkommen, unabhängig von der Partei die Regierung kritisch zu kontrollieren, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und auf die Behebung von Missständen hinzuwirken.“ Gutes Gelingen!

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Dienstag, 30. November 2021
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