21.10.2021 06:00 |

Motiv Judenhass

Graz: Prozess gegen Synagogen-Angreifer startet

Am Donnerstag beginnt am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen einen radikalen Syrer, der im August 2020 mit einem Holzprügel den Präsidenten der jüdischen Gemeinde Graz attackierte. Während seiner Untersuchungshaft hat er mehrmals Justizwachebeamte angegriffen und verletzt. 

Den 22. August 2020 wird Elie Rosen, Präsident der jüdischen Gemeinde Graz, wohl nie wieder vergessen: Als er in Begleitung eines Bekannten mit seinem Auto bei der Synagoge ankommt, fällt ihm ein Mann auf, der einen Stein in der Hand hält. Darauf angesprochen, geht dieser mit einem Holzknüppel auf Rosen und seinen Begleiter los.

Die Männer können gerade noch ins Auto flüchten, der Syrer drischt wie von Sinnen auf die Windschutzscheibe ein. „Zum Glück ist sie nicht geborsten. Aber es war ein Albtraum. Erst als Passanten dazu kamen, ist der Mann geflüchtet“, schilderte Rosen damals der „Krone“ den erschütternden Angriff.

Wand beschmiert und Scheibe eingeschlagen
In den Tagen zuvor hatte der 32-jährige Syrer die Synagoge schon mit pro-palästinischen Parolen beschmiert und eine Scheibe mit Steinen eingeschlagen. Auch beim Verein Rosalila PantherInnen, der für Schwulenrechte eintritt, hatte er randaliert.

Der Syrer wurde am Tag nach dem Angriff festgenommen und war geständig. Als Motiv nannte er abgrundtiefen Hass auf Israel, Juden und Homosexuelle. Seither sitzt er in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft.

Mit Besenstiel auf Wärter losgegangen
Heute startet am Straflandesgericht der Prozess gegen den brandgefährlichen Judenhasser. Er muss sich unter anderem wegen versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung verantworten. Dabei geht es nicht nur um die Ereignisse im Sommer 2020 - auch hinter Gittern erwies sich der Mann als hochgradig aggressiv.

Er attackierte während seiner U-Haft mehrmals Justizwachebeamte. Einmal schleuderte er einem Wärter eine Glasschüssel entgegen, ein anderes Mal ging er mit einem abgerissenen Besenstiel auf einen Beamten los und brach ihm dabei den Unterarm - und das waren noch nicht alle Ausraster. Mithäftlinge beklagten zudem, er würde ständig beten und gegen Juden und Christen hetzen.

Fanatische Persönlichkeitsstörung
Aus seinen antisemitischen Motiven macht der Angeklagte keinen Hehl. Ein psychiatrisches Gutachten attestiert ihm Zurechnungsfähigkeit - aber auch eine fanatische Persönlichkeitsstörung. Die Staatsanwaltschaft hat die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

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