19.10.2021 06:58 |

Staatshilfe läuft aus

Banken rechnen mit einem Anstieg bei Insolvenzen

Mit schwerwiegenden Folgewirkungen der Pandemie rechnen die Banken in den kommenden Monaten. Sie gehen von einem deutlichen Anstieg bei den Insolvenzen aus. Hintergrund ist das bevorstehende Auslaufen der Staatshilfen sowie der Stundungen. Zudem gebe es einen „Rückstau“ bei den Insolvenzen. Besonders gefährdet seien Tourismusbetriebe, Fitnessstudios oder Reisebüros.

Im Vorjahr habe es um 40 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als im Jahr zuvor gegeben, erklärt Gerhard Nyul, Obmann-Stellvertreter der Sparte Banken in der Wirtschaftskammer. Die Staatshilfen hätten viele Unternehmer vor der Pleite bewahrt. Auch die Banken hätten mit Stundungen und Überbrückungskrediten ebenfalls einen Beitrag geleistet.

„Stunde der Wahrheit“
Mit Auslaufen der Unterstützungen könnte für manche Betriebe die „Stunde der Wahrheit“ kommen, meint Vizepräsident Rudolf Könighofer. Durch die Hilfen hätten manche Firmen überlebt, denen wohl ohnehin der Konkurs gedroht hätte. „Selbst wenn man nur den normalen Rückstau aufarbeitet, wird es einen überdurchschnittlichen Insolvenzgrad geben“, ist Könighofer überzeugt.

Kein „Klippeneffekt“
Es werde jedoch mit keinem „Klippeneffekt“ gerechnet, betont Nyul. Vielmehr sei mit einem „schleifenden Aufbau“ zu rechnen. Nach dem Anstieg werden sich die Zahlen aber wieder auf das normale Maß einpendeln, sind die Experten überzeugt.

Tourismus, Fitnessstudios gefährdet
Die burgenländische Wirtschaft sieht Könighofer aufgrund ihrer Struktur besser für die bevorstehenden Herausforderungen aufgestellt. Die Wirtschaft sei durch ihre Kleinteiligkeit wesentlich krisenresistenter. Tourismusbetriebe im Städtetourismus, der Eventbereich, einzelne Fitnessstudios, Reisebüros und die Transportbranche könnten jedoch betroffen sein.

Wenig Freude zum Weltspartag
Doch auch für die Sparer sehen die Branchen-Chefs trotz des bevorstehenden Weltspartages vorerst wenig Erfreuliches. Durch die negative Realverzinsung würden diese Werte verlieren. Das niedrige Zinsumfeld werde sich wohl auf Jahre nicht ändern. Aktien und Investmentfonds seien derzeit die besseren Anlagemöglichkeiten.

Mehr Bürokratie durch neue Vorgaben
Hinzu kommen neue Vorgaben der EU bei Kreditvergaben, die für zusätzliche Bürokratie und engeren Spielraum sorgen. Dies führe dazu, dass die Kreditentscheidung den Banken vorweggenommen werde, erklärt Nyul.

Christoph Miehl
Christoph Miehl
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