„Krone“-Kolumne

Rapid-Krise: Ohne Feuer wird es bald brennen

Didi Kühbauer vermisst die Gier nach Toren, aber in Hütteldorf haben viele den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Der schlechtester Liga-Start aller Zeiten ist nur zu reparieren, wenn der Kuschelkurs verlassen wird. Eine Kolumne von „Krone“-Reporter Rainer Bortenschlager.

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„Gut spielen ist zu wenig, wir müssen anfangen, eine Gier nach Toren zu kriegen.“ Die Aussage von Didi Kühbauer nach der 1:1-Blamage in Klagenfurt verdeutlicht das Dilemma:

Gut gespielt? Auch wenn Rapids Trainer in der heiklen Lage aufpassen muss, ob und wen er kritisiert - das kann er nicht ernst meinen: 70 Minuten in Überzahl, nur drei Chancen aus dem Spiel gegen den Aufsteiger kreiert. Grün-Weiß macht(e) nach dem 1:0 nur das Notwendigste und ist selbst dafür zu dumm. Zehn Punkte wurden daher bereits nach einer Führung vergeigt ...

Weil das Feuer, der letzte Wille, die angesprochene Gier fehlt. Aber das gilt für (fast) alle im Verein, Ja, Kühbauer hatte den Rapid-Geist wiedererweckt. Aber in dieser Saison wird (nach außen) mehr über die Doppelbelastung, Ausfälle und den VAR diskutiert. Und die Qualitäten der Gegner hervorgehoben. Keine „Wir sind Rapid“-Mentalität, keine breite Brust. Stattdessen lobt man das intakte Klima, alle haben sich lieb. So spielt die Mannschaft auch: lieb.

Doch das bekommen die Spieler auch vorgelebt. Man war ja erfolgreich, zweimal Vize-Meister, das höchste der Gefühle. Darauf verweist das grün-weiße Präsidium. Das Ruhe und Konstanz als „Konzept“ ausgerufen hat, aber derzeit schläfert sich Rapid selbst ein.

Trügerischer Rückstand
Noch kann man den schlechtesten Liga-Start aller Zeiten (zwölf von 33 Punkten) reparieren. Aber der Hinweis, dass eh nur drei Punkte auf Platz drei fehlen, ist trügerisch, nicht förderlich. Bei Rapid scheint man den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt zu haben. Aber wenn Kühbauer und Co. jetzt nicht das Feuer entfachen, wird es bald brennen. Am Donnerstag gegen Dinamo Zagreb wird sich wohl mehr die Qualitäts- als die Mentalitätsfrage stellen. Der Liga-Sonntag in Hartberg wird wichtiger.

Traurig, aber wahr.

Rainer Bortenschlager
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