Nach Überfall in Wels

Täter braucht nur gemeinnützige Arbeit zu machen

Alexander G. (16) war Anfang Juni am Heimweg von der Arbeit in Wels auf drei junge Männer getroffen. Das Trio soll Geld gefordert – und einer ihn niedergeschlagen haben. Die Ermittlungsverfahren gegen zwei Verdächtige wurden mangels Tatnachweis bereits eingestellt, der Dritte bekam eine Diversion angeboten.

„Nachdem ich den drei Unbekannten gesagt hatte, dass ich kein Geld hab’, sind sie mir nach. Als ich mich zu ihnen umdrehte, hat einer zugeschlagen“, schildert Alexander G. den Überfall in der Welser Hafergasse. Er sei daraufhin zu Boden gestürzt und von einem der drei in den Würgegriff genommen worden.

Im Spital verarztet
Der Kellnerlehrling wehrte sich verzweifelt, es gelang ihm schließlich, zu flüchten. Fünf Euro, die er als Trinkgeld verdient hatte, waren ihm abgenommen worden. Per Handy alarmierte er die Polizei. Blutverschmiert und am ganzen Körper zitternd, wartete er vor einem Haus in der Altstadt auf die Exekutive. Ein Bewohner half ihm, das Nasenbluten zu stoppen und sich zu säubern. Seine Prellungen am linken Arm und an der Nase ließ G. später im Klinikum Wels verarzten.

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Die seelischen Schmerzen haben unserem Sohn nach der Tat viel mehr zugesetzt, als seine körperlichen Verletzungen.

Opfer-Mutter Barbara G. (50)

Diversion angeboten
Drei Verdächtige (16, 17 und 19 Jahre) wurden ausgeforscht. Im Ermittlungsverfahren gelang es der Staatsanwaltschaft Wels bei zwei von ihnen leider nicht, die Tat nachzuweisen. Und auch der 16-jährige Verdächtige kam höchst glimpflich davon: ihm wurde wegen Körperverletzung und Diebstahls eine Diversion angeboten. Er muss lediglich 48 Stunden an gemeinnützigen Leistungen erbringen. „Das ist natürlich enttäuschend. Die psychischen Auswirkungen der Tat hat unser Sohn noch nicht vollständig überwunden. Wir überlegen jetzt eine Klage am Zivilrechtsweg“, sagt Opfer-Mutter Barbara G.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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Samstag, 16. Oktober 2021
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