11.10.2021 10:08 |

In Erstaufnahmezentren

Zahl der unbegleiteten Flüchtlingskinder steigt

Laut Asylstatistik kamen im August 799 unbegleitete Kinder und Jugendliche nach Österreich, um einen Asylantrag zu stellen. Statt die Heranwachsende in pädagogisch betreuten Wohngemeinschaften unterzubringen, kommen die meisten von ihnen in Erstaufnahmezentren unter. Hilfsorganisationen kritisieren nun den „nicht kindgerechten Umgang“. 

Vergleichbar sind die aktuellen Zahlen mit jenen aus dem Sommer 2015, dem Jahr der Flüchtlingskrise. Im Moment werden rund 600 minderjährige Flüchtlinge in Betreuungseinrichtungen des Bundes untergebracht, wie das Ö1-„Morgenjournal“ berichtet. Solange sich die unbegleiteten Kinder in den Bundesquartieren befinden, übernimmt die Kinder- und Jugendhilfe jedoch keine Obsorge.

Tagessatz zu niedrig
Erst mit der Kinder- und Jugendhilfe sei eine kindgerechte Betreuung garantiert, erklärt Birgit Schatz, Kinderrechtsexpertin vom SOS-Kinderdorf, im Gespräch mit dem ORF-Radio. Alles andere sei kinderrechtswidrig. Es sei dringend wichtig, in den jeweiligen Bundesländern wieder mehr kindgerechte Wohnbereiche zu schaffen. Das Problem jedoch: Der für die Flüchtlingskinder zur Verfügung gestellte Tagessatz von 95 Euro sei zu niedrig, um eine ordentliche Pflege und Betreuung finanzieren zu können.

Angleichung gefordert
Die Kinder- und Jugendhilfe hingegen bekommt einen Tagessatz von 200 bis 250 Euro pro Kind. Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich fordert nun eine Angleichung an die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. 

Antrag im Familienausschuss beschlossen
Politisch dürfte sich dazu etwas bewegen: Noch vor der Regierungskrise hätten die ÖVP mit den Grünen im Familienausschuss einen Antrag zur schnellen Obsorge von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eingebracht. Mit den Stimmen von ÖVP, Grünen und NEOS, ist der Antrag auch beschlossen worden. 

Hannah Tilly
Hannah Tilly
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