07.10.2021 09:12 |

Gilt als Glücksbringer

Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2022

Jeder kennt sie, sie ist eine typische Bewohnerin in Städten und Dörfern: die Mehlschwalbe. Die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich kürte sie nun zum Vogel des Jahres 2022 und machte darauf aufmerksam, dass es Grund zur Sorge gibt. Die bundesweiten Bestandszahlen haben sich in den vergangenen 20 Jahren auf etwa 17.500 Brutpaare halbiert, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Verantwortlich sind dafür die Menschen.

Diese zerstören sukzessive den Lebensraum der Mehlschwalben, samt ihrer Brutmöglichkeiten - jeder kennt die charakteristischen viertelkugelförmigen Lehmnester an Gebäude- oder Dachvorsprüngen. Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, das absichtliche Entfernen der Nester oder das bewusste Verhindern des Nestneubaus durch Spikes oder spezielle Fassadenanstriche erschwert das Überleben der Schwalben in den Siedlungen, berichtete BirdLife.

Pestizide, Monokulturen bedrohen Nahrungsangebot
Dazu kommt das knapper werdende Nahrungsangebot. Im Offenland bietet die zunehmend intensivierte Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, der Rückgang der Weidewirtschaft, der Einsatz von Pestiziden sowie der immense Rückgang fliegender Insekten schlechte Überlebensvoraussetzungen. Durch die fortschreitende Versiegelung der Stadtrandgebiete oder ländlicher Wege und Dorfplätze finden Schwalben weder Lacken noch Lehm für ihren Nestbau vor.

„Heutzutage ist es schon fast eine Besonderheit, wenn man Schwalben als Mitbewohner beherbergen darf“, sagte Gabor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. Dabei erinnerte er: „Schwalben gelten seit jeher als Glücksbringer.“ Wer nicht tatenlos zusehen will, dass die Mehlschwalben rund ums eigene Haus verschwinden, kann Lehmpfützen anlegen, Kunstnester anbringen sowie seinen Garten pestizidfrei und insektenfreundlich gestalten, empfiehlt BirdLife Österreich.

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