04.10.2021 06:30 |

Portrait

„Liftpapst“ mit Herz für die Natur

Michael Manhart, langjähriger Chef der Skilifte Lech, prägte als technischer aber auch ökologischer Visionär den Skitourismus - nicht nur in der Arlbergregion - wie kein Zweiter.

Schon sein Großvater, der Skipionier Sepp Bildstein (Erfinder der ersten Sicherheitsbindung) und seine Mutter Adelheit Schneider-Bildstein, die „Mutter“ des Arlberg-Skipasses, setzten Meilensteine in punkto Skisport und Tourismus. Und auch Michael hinterlässt seit nunmehr 50 Jahren nicht nur Spuren im Schnee, sondern auch im Skitourismus - und dies weit über den Arlberg hinaus. „Voraussetzung für einen funktionierenden Tourismus am Berg ist eine heile Natur“, lautet sein Credo, das er bereits vorlebte, als die Ökologiebewegung noch in den Windeln lag.

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Voraussetzung für einen funktionierenden Tourismus am Berg ist eine heile Natur

Michael Manhart

Seine Erfindungen - etwa die Schneemaschine „Arlberg-Jet“, die auch bei den Olympischen Spielen zum Einsatz kam, eine Pistenmaschinenfräse, ein fernsteuerbarer Lawinen-Auslöser oder eine Kindersicherung für Liftsessel - machten ihn zur Legende, wenn auch zur umstrittenen. „Die erste große Schneeanlage am Schlegelkopf wurde teils bekämpft und teils belächelt. Viele übersahen - oder tun es willentlich noch immer - die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung einer gesicherten Schneedecke“, kann sich der oft als „Seilbahn-Papst“ titulierte Michael nur wundern. Denn oft wurde übersehen, dass er das wichtigste Kapital des Tourismus, die Natur, nie aus den Augen verlor. Im Gegenteil: Als Mitglied zahlreicher Umweltforen, als Naturschutzrat der Landesregierung aber auch Landesjägermeister war er federführend an etlichen Umweltstandards und -aktionen beteiligt.

„Die Skilifte Lech sind nicht zuletzt durch meine Initiative als erstes Seilbahnunternehmen weltweit nach ISO und EMAS (Anm.: Umweltmanagementnormen) zertifiziert worden“, freut sich der studierte Maschinenbauer. Auf sein Konto geht zudem die Errichtung des Schottenhofs, der als höchstgelegener ganzjährig betriebener Bauernhof Österreichs gleichermaßen Vorzeigeprojekt wie Attraktion ist.

Noch lange nicht genug
Und auch mit 79 Jahren wird der dreifache Großvater nicht müde, sich für „seinen“ Arlberg zu engagieren: „Die Wiedereinrichtung des Wetterradars auf der Valuga, die Sicherung der Flexenstraße von Langen nach Zürs und die Fertigstellung der Zugbergbahn stehen noch an - dann werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit meine Aktivitäten als Seilbahner reduzieren.“ Nach Abschied klingt das nicht. Für seine Region wünscht er sich zweierlei: Zum einen soll auch in Zukunft erfolgreicher Wintertourismus mit „kompetenter Rücksichtnahme auf die Erhaltung unserer herrlichen Natur“ betrieben werden. Und zum anderen soll der Arlberg weiterhin offen für neue Entwicklungen und Ansätze sein. Er hat vorgezeigt, wie das geht.

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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