"Krone": Ein AKW produziert viel radioaktiven Müll.
Janec Krajnc: Weniger als Sie denken! In den 30 Betriebsjahren sind nur 2.000 Kubikmeter zusammengekommen. Das können wir in einer zehn mal zehn Meter großen Halle lagern.
"Krone": Sie reden aber nur von leicht strahlendem Abfall.
Krajnc: Ja – am niedrigsten verseucht sind etwa Kleidung und Werkzeug aus dem Reaktor, dann kommt das Wasser, das im Kreislauf verwendet wird.
"Krone": Es gibt keine Platzprobleme?
Krajnc: Bis 2023 können wir alles problemlos hier lagern; in einem Kilometer Entfernung wird aber eine Entsorgungsstätte errichtet.
"Krone": Noch wichtiger ist, was mit den Brennstäben passiert, die alle 18 Monate ausgetauscht werden müssen.
Krajnc: Auch sie lagern in Krsko, in einem Pool mit Wasser.
"Krone": Dabei handelt es sich um hochradioaktives Uran – gut 50 Tonnen aus jedem Zyklus.
Krajnc: Ja. Kein Land hat dieses Endlagerproblem zufriedenstellend gelöst. Deshalb wird auf jede verkaufte Megawattstunde Strom auch eine Abgabe aufgeschlagen, die für die Entsorgung der verbrauchten Brennstäbe verwendet werden soll.
"Krone": Wie lange bleiben diese gefährlich?
Krajnc: Bis zu fünf Jahre lang müssen sie weiter gekühlt werden, damit keine Kernschmelze entstehen kann. Die Halbwertszeit der Strahlung geht in die Jahrhunderte.
"Krone": Bei einer Katastrophe ist also nicht nur der Reaktor eine Gefahr, sondern auch dieser nukleare Müll.
Krajnc: Das ist uns bewusst.
"Krone": Eine Wiederaufbereitung ist kein Thema?
Krajnc: Das ist auch eine politische Frage. Das AKW gehört zur Hälfte Slowenien, zur Hälfte Kroatien. Und beide haben sich bisher gegen die Wiederaufbereitung entschieden. Bei dem Verfahren – von den Brennstäben sind ja in Wirklichkeit nur fünf Prozent verbraucht, 95 Prozent könnten wieder verwendet werden – wird schließlich auch waffenfähiges Uran gewonnen.
Interview: Kerstin Wassermann, Kärntner Krone
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