26.09.2021 06:30 |

Vor Grippe-Saison

Landesrat löst erneut politischen Ärger aus

Neben der Corona-Impfung ist nun die Debatte um eine weitere Schutzimmunisierung entbrannt: Die Grippe-Impfung. So wünscht sich der Obmann der Österreichischen Gebietskrankenkasse, Andreas Huss, eine österreichweite Gratis-Impfaktion. Da ziehen jedoch nicht alle Bundesländer mit – es gibt also wieder neun verschiedene Strategien. In Salzburg hat Huss von Gesundheitsreferent Christian Stöckl eine Absage für kostenlose Influenza-Impfstoffe bekommen.

Zur Abwechslung geht es einmal nicht um das Coronavirus, sondern um das Grippevirus. Da die Grippe-Welle im vergangenen Jahr fast ausgeblieben ist, befürchten Experten diese Saison eine stärkere Ausbreitung der Krankheit. Der Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse, Andreas Huss, hatte deswegen eigentlich vor, eine österreichweit einheitliche Impfaktion zu starten, bei dem sich Impfwillige kostenlos gegen Influenza immunisieren können. Das Problem: Dabei spielen manche Bundesländer nicht mit. So zum Beispiel auch Salzburg. „Wir bieten den Ländern an, dass wir den Stich bei den Ärzten zahlen. Das sind etwa 10 bis 14 Euro.“ erzählt Huss im „Krone“-Gespräch.

Für Risikogruppen – beispielsweise für Bewohner in Altenheimen – wird der Stich vom Land Salzburg zwar finanziell übernommen, weitere Dosen möchte Gesundheitsreferent Stöckl jedoch nicht bezahlen. „Das machen andere Bundesländer anders, beispielsweise hat Wien 400.000 Dosen bestellt, auch das Burgenland und die Steiermark kaufen Grippeimpfstoff für die breite Bevölkerung ein“, erklärt Andreas Huss.

Warum Salzburg nicht mitspielen möchte? „Hier sind Politiker unterschiedlicher Meinung“, sagt er. Huss habe das Gefühl, dass in Salzburg bezüglich der Influenza-Impfung die Einstellung „was nichts kostet, ist nichts wert“ vorherrscht. Deswegen sollen sich die Salzburger ihren Impfstoff selbst kaufen.

Kassen-Obmann sieht Parallelen zu Covid
Der Gesundheitskassen-Präsident sieht Parallelen zur Covid-Impfdebatte. „Wenn man nur davon ausgeht, was eine Impfung mir persönlich bringt, hat man schlechte Karten. Impfung ist für mich gelebte Solidarität. Da geht es um das Umfeld, um die Gesellschaft und um ein solidarisches Miteinander“, sagt er.

Marie Schulz
Marie Schulz
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