21.09.2021 15:13 |

Fall in München

Mann soll Partnerin jahrelang eingesperrt haben

Das Festnetztelefon abgestellt, die Fenster zugeklebt, die Türe abgesperrt: Mehrere Jahre lang soll ein 63-jähriger Mann seine Lebensgefährtin in ihrer Wohnung in München eingesperrt haben. Am Dienstag begann der Prozess gegen ihn wegen Freiheitsberaubung und mehrfacher Vergewaltigung. Das mutmaßliche Motiv für all das: Eifersucht.

Der Mann soll - von Eifersucht getrieben - ein regelrechtes Kontrollsystem aufgebaut haben, um seine Lebensgefährtin rund um die Uhr zu überwachen. Laut Anklage hinderte er seine Freundin jahrelang - vermutlich seit 2012- daran, ohne ihn aus dem Haus zu gehen. Zuletzt habe sie die Wohnung gar nicht mehr verlassen dürfen. Er soll Überwachungskameras und Bewegungsmelder installiert und ihr Festnetztelefon abgemeldet haben, damit die Frau keinen Kontakt mehr zu ihren Freundinnen aufnehmen konnte.

Frau bei Urlaub am Fuß ans Bett gefesselt
Im gemeinsamen Italien-Urlaub soll er ihren Fuß mit einer Kette ans Bett gefesselt haben, damit sie das Zimmer nicht verlassen kann. Zuletzt soll auch der Angeklagte selbst den ganzen Tag in der Wohnung verbracht und die Frau überwacht haben. Lebensmittel bestellte er beim Lieferservice. Immer wieder soll er die Frau vergewaltigt haben.

Der Angeklagte, der aus seiner Heimat Griechenland nach Deutschland ausgeliefert wurde, bestreitet alle Vorwürfe und tischte vor Gericht eine wirre Geschichte auf: Seine Lebensgefährtin habe einen Schlüssel gehabt und die Wohnung verlassen können. Allerdings sei das gefährlich gewesen. Denn die Kriminalpolizei und der Bundesnachrichtendienst hätten es auf ihn abgesehen.

Er berichtet davon, dass Kripo-Beamte ihm überall auflauern und versuchen würden, ihn umzubringen - mit Gift im Cappuccino oder in Pommes mit Ketchup. Laut Anklage durfte die Frau ihre eigene Küche nicht mehr betreten - aus Angst davor, auch sie habe vor, ihn zu vergiften.

Mann paranoid und schizophren?
Die Staatsanwaltschaft, die dem Mann Freiheitsberaubung und Vergewaltigung in 30 Fällen vorwirft, geht davon aus, dass er zwar paranoid und schizophren, mindestens in Bezug auf den Vergewaltigungsvorwurf aber schuldfähig ist.

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