20.09.2021 19:39 |

Täter weigerte sich

Streit um Maske: Tankstellen-Kassier erschossen

Es dürfte wohl der erste Mord sein, bei dem das Motiv tatsächlich die Verweigerung des Mund-Nasen-Schutzes ist: In Deutschland ist am Samstagabend ein 20-jähriger Student, der als Tankstellen-Kassier jobbte, erschossen worden. Der Bluttat vorangegangen war ein Streit um die Maskenpflicht. Der mutmaßliche Täter hatte nämlich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verweigert. 

Wie Polizei Trier und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten, soll der 49-Jährige zunächst gegen 19.45 Uhr am Samstagabend die Tankstelle in Idar-Oberstein betreten haben, um dort einzukaufen. Weil er keine Mund-Nasen-Bedeckung trug, habe es eine kurze Diskussion mit dem Kassierer gegeben, dem späteren Opfer der Tat. Daraufhin verließ der Maskenverweigerer die Tankstelle, um gegen 21.25 Uhr erneut die Tankstelle aufzusuchen, diesmal mit angelegter Mund-Nasen-Bedeckung.

Mit Revolver in Tankstelle zurückgekehrt
Als er an der Kassa war, zog er die Maske herunter und es kam erneut zu einem kurzen Wortwechsel mit dem Kassier, der ihn wieder auf die Maskenpflicht hinwies. Während dieses Wortgefechts zog der 49-Jährige plötzlich einen Revolver aus der Hosentasche und gab einen tödlichen Schuss auf den 20-Jährigen ab. Anschließend flüchtete er zu Fuß, das Video der Überwachungskamera brachte die Polizei allerdings auf die Spur des Schützen.

Noch in der Nacht startete die Polizei Trier mit Unterstützung von Spezialkräften und einem Polizeihubschrauber eine Großfahndung nach dem Flüchtigen, zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung führten allerdings zu keinem Ergebnis. Am Sonntagmorgen stellte sich der 49-Jährige schließlich vor der Dienststelle der Polizeiinspektion Idar-Oberstein selbst, wo er von Spezialkräften festgenommen wurde.

Tatwaffe in der Wohnung sichergestellt
Bei dem Tatverdächtigen handelt sich um einen 49-jährigen Deutschen, der in Idar-Oberstein lebt. Er war bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler die Tatwaffe sowie weitere Schusswaffen und Munition. Die Herkunft der Waffen müsse noch geklärt werden, so die Polizei.

Verdächtiger lehnt Corona-Maßnahmen ab
Nach den bisherigen Ermittlungen und Vernehmungen handelte der Tatverdächtige aus Ärger über die Zurückweisung bei seinem ersten Besuch in der Tankstelle und die Aufforderung des Kassierers, eine Mund-Nasen-Bedeckung anzulegen. Auch gab er in seiner Vernehmung an, die Corona-Schutzmaßnahmen abzulehnen.

Der Verdächtige sagte, er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und „keinen anderen Ausweg gesehen“, als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei „verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Montag. Der 49-Jährige wurde in Untersuchungshaft genommen.

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