Als Lilly beim Würstelstand im Wiener Prater war Liliane J. jahrzehntelang so etwas wie ein Wiener Original. Als die Frau in den wohlverdienten Ruhestand ging, entschied sie sich für eine Magenverkleinerung. Doch den Wunsch, schlank zu sein, bezahlte sie mit ihrem Leben - ihre Familie fühlt sich im Stich gelassen.
Liliane J. hatte im April sämtliche Untersuchungen hinter sich, als ihr Arzt in seiner Wiener Ordination eine Gastroskopie durchführte. Dabei kam es zum Drama: Lilly fiel bei der Narkose ins Koma. Aus der Praxis heißt es auf „Krone“-Anfrage, die Patientin habe auf das Anästhesiemittel allergisch reagiert und unrichtige Angaben über ihre Gesundheit gemacht.
Fest steht: Lift und Stiegenhaus in dem Gebäude waren zu eng, die 62-Jährige in Lebensgefahr konnte aufgrund ihres Körpergewichts nicht aus der Praxis im fünften Stock abtransportiert werden. Eine aufwendige Bergung der Feuerwehr war notwendig, um die Frau abzuseilen, ehe sie Stunden später praktisch tot im AKH eintraf.
Bis heute weiß Bruder Milan J. nicht, woran seine Schwester verstorben ist: „Im AKH hat man gesagt, dass der Chef alles an die Justiz weitergeleitet hat.“ Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt noch laufende Ermittlungen, Gutachten sind ausständig.
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