10.09.2021 15:02 |

Kuriose Wissenschaft

Österreicher holten zwei Anti-Nobelpreise

Der „Ig-Nobelpreis“ ist eine Auszeichnung, die die Preisträger wohl eher nicht in ihren Lebensläufen anführen - obwohl sie die meisten damit ausgezeichneten Wissenschaftler mit sehr viel Humor nehmen. Zwei dieser Preise für kuriose Forschung gingen an Projekte, an denen sich auch Österreicher beteiligt hatten: So fanden die Preisträger in der Kategorie Wirtschaft heraus, dass das Übergewicht von Politikern ein guter Indikator für die Korruption eines Landes ist. Ein zweites Team mit rot-weiß-roter Beteiligung untersuchte, wie sich die Raumluft in Kinos beispielsweise während Sexszenen verändert, und gewann damit in der Kategorie Chemie.

Der „Ig-Nobelpreis“ leitet sich von dem englischen Adjektiv „ignoble“ ab, was man mit „unwürdig“ oder „unehrenhaft“ übersetzen kann. Die Auszeichnung soll die Wissenschaftsszene „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“. Die Gala selbst ist zumeist ein schrilles Kult-Event, das heuer nun zum zweiten Mal in Folge nur über das Internet veranstaltet wurde. Aber das hat auch Vorteile, wie die Zoologin Sabine Begall von der Universität Duisburg-Essen in ihrer Eröffnungsrede erklärte: „Ihr könnt dabei jede verdammte Sache machen, die ihr wollt“, so die Forscherin. „Schreit euer Handy an oder esst etwas.“

Zum 31. Mal hatten die Veranstalter ein erklärtes Ziel: „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Den Preis in der Kategorie Chemie holten sich Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Neuseeland, Griechenland und Zypern. Sie führten eine chemische Analyse der Luft in Kinosälen durch, um festzustellen, ob die vom Publikum produzierten Gerüche zuverlässig den Grad von Gewalt, Sex, antisozialem Verhalten, Drogengebrauch und Fluchen in dem Film auf der Leinwand widerspiegeln.

Kategorie Wirtschaft: Je dicker, desto korrupter
Sowohl kurios als auch interessant sind die Forschungsergebnisse der Preisträger in der Kategorie Wirtschaft: Forscher aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, Australien, Tschechien und Großbritannien stellten eine Verbindung zwischen dem Übergewicht von Politikern und dem Ausmaß an Korruption in diesem Land fest.

Eine Schwedin erhielt den Preis in der Kategorie Biologie für ihre Analyse verschiedenster Katzenlaute: Dabei unterschied sie beispielsweise zwischen Schnurren, Zwitschern, Plappern, Vibrieren, Erzeugen hoher Töne, Murmeln, Miauen, Stöhnen, Quietschen, Fauchen, Jaulen, Heulen oder Knurren. Bei der Ehrung trug sie einen Haarreif mit Katzenohren, der sie bei der anschließenden Präsentation feliner Kommunikationsmöglichkeiten unterstützte. 

Orgasmen helfen bei verstopfter Nase
US-Wissenschaftler holten sich den Preis in der Kategorie Insektenkunde, indem sie eine neue Methode zur Kakerlaken-Kontrolle auf U-Booten fanden. Fast schon praxisnah erscheint der Preis in der Kategorie Medizin: Deutsche, britische und türkische Forscher konnten beweisen, dass Orgasmen genauso effektiv wie abschwellende Medikamente dabei helfen, die Nasenatmung zu verbessern.

Beförderung von Nashörnern als Experiment in der Kategorie Transport
In der Kategorie Frieden stellten US-Forscher die Hypothese auf, dass Bärte in der Evolution des Menschen den Sinn hatten, sich vor Faustschlägen ins Gesicht zu schützen. In der Kategorie Transport ging es wieder tierisch zu: Wissenschaftler aus Namibia, Südafrika, Tansania, Simbabwe, Brasilien, Großbritannien und den USA führten Versuche mit Nashörnern durch, um herauszufinden, ob sich diese in der Luft besser mit den Füßen nach oben befördern lassen.

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