Ars Electronica

Donner, Moos und Gurkenpflanzen: Zurück zur Natur

Digital ja, aber es muss auch für Gesellschaft und Umwelt Sinn machen – die Werke, die in den beiden Auftakt-Ausstellungen des Ars Electronica Festivals in Kunstuni und Kulturquartier in Linz ab sofort zu sehen sind, nutzen Künstliche Intelligenz & Co., setzen sie aber unter anderem in Beziehung zu Natur und Klima.

Man kann nur mit offenem Mund zuschauen, wie in der Installation „Pl’AI“ von Spela Petric Künstliche Intelligenz eine Gurkenpflanze mit bunten Bällen stimuliert und so mit ihr „spielt“: „Alle Lebewesen spielen, es ist nur für uns nicht immer sichtbar“, lacht die Künstlerin, die Neugierigen ihre Arbeit im Kulturquartier zeigt. Nebenan spielen Mathias Gartner und Vera Tolazzi ebenfalls mit Natur und Digitalisierung. Computergesteuert wird in 27 Boxen ständig neu gewürfelt, beeinflusst durch Naturmaterialien wie Moos oder Kork: „Das Projekt ,Transparency of Randomness’ soll die Besucher anregen, über den Zufall nachzudenken“, so Gartner. Auf digitalem Pfad zurück zur Natur geht es auch, wenn Xoan-Xil Lopez mit der Installation „Organscape“ Donner und Vogelzwitschern nachahmt oder Duy Bui im Kunstuni-Splace den CO2-Ausstoß des Waldbodens mit Sensoren misst

Auftakt des Festivals
Die beiden Ausstellungen „Cyber Arts“ im Kulturquartier und „Loops of Wisdom“ in der Kunstuni bilden den Auftakt des Ars Electronica Festivals, das sich morgen, Donnerstag, auch auf das Gelände der JKU ausdehnen wird. „Cyber Arts“ zeigt bereits zum 24. Mal eine Auswahl der Preisträger der Prix Ars Electronica, heuer jedoch kürzer als sonst, und zwar nur bis kommenden Sonntag. Kuratorin Genoveva Rückert hat dieses Mal sehr viele Video-Arbeiten ausgewählt, weshalb man Geduld und Zeit mitbringen sollte, um ganz in die Exponate eintauchen zu können. Besonders beeindruckend präsentiert wird hier „A Father’s Lullaby“ der Amerikanerin Rashin Fahandej: Raumfüllende Projektionen von Wiegenlieder singenden Vätern und aufleuchtende Hörstationen thematisieren auf poetische Art und Weise das besonders diskriminierende Strafvollzugswesen der Vereinigten Staaten.

„Groß wie nie“
„So groß wie noch nie“, freut sich Rektorin Brigitte Hütter, ist der Festivalbeitrag der Kunstuni, heuer unter dem Titel „Loops of Wisdom“ in beiden Brückenkopfgebäuden und im Splace am Hauptplatz bei freiem Eintritt zu sehen. Junge Künstler bieten hier oft spielerische digitale Anwendungen wie das Kaffeesudlesen mit Künstlicher Intelligenz von Kristina Tica oder Anais Lossouarns „Ear to Ear“, bei dem man Geheimnissen lauschen und welche verraten darf. Doch auch die Pandemie floss in viele Arbeiten ein – so schuf sich etwa Qian Xu im Lockdown ihren „Private Garden“ mangels Bewegungsfreiheit im eigenen Bett.

Aus 41 Ländern
Bereits in vollem Gange ist die Festival University, bei der sich heuer erstmals 100 Studenten aus 41 Ländern den Fragen der Zukunft widmen. Bildungsminister Heinz Faßmann überzeugte sich bereits von ihrem Fortschritt, besuchte sie bei einem Workshop zur Kreislaufwirtschaft an der JKU. 440.000 € flossen von Bund und Land für das Projekt.

Infos & Tickets: ars.electronica.at

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Dienstag, 21. September 2021
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