04.08.2021 09:00 |

Wegen niedriger Rate

Sonder-Impfaktionen in fünf Tiroler Regionen

Die Immunisierung gegen das Coronavirus geht im Sommer nur schleppend voran. Das Land Tirol und der Gemeindeverband wollen nun über Bürgermeister und Vereine zur Impfung motivieren. Ab 16. August wird in fünf Tiroler Regionen mit 26 Gemeinden ein Extra-Impfangebot gemacht. In diesen Regionen ist die Durchimpfungsrate besonders niedrig. 

„Nicht zufrieden!“, lautet der Befund von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) beim Blick auf die aktuellen Impfraten in Tirol. 70 Prozent und mehr werden angestrebt. Knapp 51 Prozent sind es laut aktueller Daten des Gesundheitsministeriums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. „In etlichen Tiroler Gemeinden liegt die Impfquote zum Teil deutlich darunter“, berichtete der Landeschef Dienstag nach einer Sitzung mit Gesundheits-Landesrätin Annette Leja (ÖVP) und dem Tiroler Gemeindeverbandspräsidenten Ernst Schöpf.

Brief an Bürgermeister und Hoffen auf die Vereine
Letzterer lebt selbst in einem Tal mit geringer Durchimpfung. Das Ötztal ist eine von fünf Regionen, in denen nun Sonder-Impfaktionen geplant sind. Betroffen sind außerdem die Region Hinteres Iseltal, das Osttiroler Oberland mit Villgratental sowie das Tiroler Gailtal, die Region Untere Schranne und Kaiserwinkl sowie ein Teil des Oberen Gerichts. In einem Brief von Land und Gemeindeverband sollen die Bürgermeister der 26 Gemeinden in diesen Gebieten aufgerufen werden, die Bürger „zur Impfung zu ermuntern“, wie es Schöpf ausdrückt. Platter sieht bei den Ortschefs eine Verantwortung.

Den Auftritt des Spisser Bürgermeisters auf „Puls 24“ - er outete sich als Kritiker der Impfung und sieht am Land viel weniger Infektionsgefahr - nennt Platter „nicht besonders gelungen“. Schöpf spricht von einer Theorie, die er nicht teilen könne. Was der Gemeindeverbandspräsident aber sieht, ist der Einfluss von Vereinen vor allem auf junge Menschen. Den gelte es für die Sache zu nutzen.

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Wir erwarten uns von den Gemeinden und den Verantwortlichen, dass eine Sensibilisierung für das Impfen stattfindet. Dieser Appell ergeht vor allem an Bürgermeister.

Landeshauptmann Günther Platter

Impfbus und Impfstraße
Was zur Sonder-Impfaktion bereits feststeht: Sie wird von 16. bis 21. August durchgeführt. Der Tiroler Impfbus und Impfstraßen in Gemeinden oder Vereinslokalen sollen in möglichst vielen der 26 Gemeinden Station machen und Ärzte eingebunden werden. Die Bevölkerung soll über Postwürfe zu den einzelnen Terminen informiert werden. 

„Es braucht Klarheit über den dritten Stich“
Neben den Gemeinden sieht der Tiroler Landeshauptmann den Bund gefordert, den 3. Stich mit der Auffrischungsimpfung für jene zu organisieren, deren Erstimmunisierung bereits längere Zeit zurückliege. „In anderen Ländern wie Israel oder Deutschland ist diese Entscheidung bereits getroffen worden. Es ist daher auch in Österreich an der Zeit, diese Frage zu klären“, drängt Platter.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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