Die Wirtschaftsprüfer von "PricewaterhouseCoopers" (PwC) seien auf Unregelmäßigkeiten bei den Modalitäten der Verrechnung der dabei angefallenen Cateringkosten gestoßen. Allerdings sei dem Museum "soweit es bisher festzustellen war aus diesen Vorfällen kein wirtschaftlicher Schaden entstanden, da sich Herr Noever bereit erklärt hat, sämtliche finanziellen Schäden zu ersetzen", heißt es in der Stellungnahme des Kuratoriums. Und weiter: "Trotz der somit gezeigten 'tätigen Reue' wird das MAK-Kuratorium Strafanzeige gegen den ehemaligen Direktor erstatten. PwC wurde mit einer vertiefenden Prüfung betraut um eventuellen weiteren Unregelmäßigkeiten nachzugehen."
"Ich hätte retrospektiv die Veranstaltungen - auch wenn sie dem Museum genützt haben - der Privatsphäre zuordnen müssen", so Noever am Mittwoch. "Ich bedaure diese Fehler und den Umstand, dass diese Veranstaltungen über Jahre so durchgeführt wurden." Um nun weiteren Schaden vom MAK durch die öffentliche Diskussion dieser Angelegenheit abzuhalten, habe er seinen Rücktritt erklärt.
Vertrauensbasis nicht mehr gegeben
Die Vorgänge im Zusammenhang mit der Abwicklung der privaten Feiern haben dazu geführt, "dass die Vertrauensbasis zwischen Herrn Noever und dem Kuratorium nicht mehr gegeben war", so Kuratoriumsvorsitzender Andreas Treichl. "Wir danken ihm für seine 25 Jahre Tätigkeit, in denen er das MAK und seinen Ruf weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf- und ausgebaut hat. Wir sind aber bestürzt, dass eine Vermischung von privaten Angelegenheiten mit seiner Funktion als Direktor des MAK seine so erfolgreiche Amtszeit nunmehr überschattet und ein so abruptes Ende setzt."
Noever war der längst dienende Direktor eines österreichischen Bundesmuseums und zuletzt auch der umstrittenste: Seit 1986 stand er dem Österreichischen Museums für angewandte Kunst in Wien vor. Kritik an seiner Amtsführung, die zuletzt immer lauter geworden war und Vorwürfe im Zusammenhang u.a. mit Geburtstagsfeiern seiner Mutter im Museum, führte er bis zuletzt auf eine gegen ihn geführte Kampagne zurück.
Schmied ortet 100.000 Euro Schaden
Doch eben diese Vorwürfe, die das Parlament ebenso beschäftigen wie den Rechnungshof, haben dazu geführt, dass Noever seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag doch nicht bis zum Ende erfüllt. Seinen 70. Geburtstag am 1. Mai wird er nicht mehr als Direktor feiern. Und die Suche für seine Nachfolge ist bereits in vollem Gange.
Kulturministerin Claudia Schmid nahm den Rücktritt an und erklärte, die stellvertretende Direktorin Martina Kandeler-Fritsch werde das Haus bis auf Weiteres leiten. Schmied sprach am Mittwochabend im ORF von einem Schaden, der "aus heutiger Sicht 100.000 Euro" betrage. Es sei klar, dass es auf dieser Grundlage kein Vertrauen mehr gebe.









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