30.07.2021 11:56 |

Bis zu 80 cm lang

Miami erlebt Invasion obskurer „Penis-Schlangen“

Unter einem besonders pikanten Problem leiden gerade die Bewohner von Miami: Denn der Tamiami-Kanal wird von obskur anmutenden „Penis-Schlangen“ heimgesucht. Die Art dürfte aus Kolumbien oder Venezuela stammen. Nun besteht Sorge, dass die als Blindwühlen oder auch Schleichenmolche bezeichneten Tiere das Ökosystem gefährden können.

„Über diese Tiere in freier Wildbahn ist nur sehr wenig bekannt, aber es gibt nichts besonders Gefährliches an ihnen, und sie scheinen keine ernsthaften Raubtiere zu sein“, erklärte Coleman Sheehy, Leiter der Herpetologie-Sammlung des Florida Museums, auf dessen Website. Obwohl die Amphibien, die bis zu 80 Zentimeter lang werden können, dem Experten zufolge harmlos sind, dürfte ihr Anblick aber für viele Menschen doch etwas verstörend sein.

„Sie werden wahrscheinlich kleine Tiere fressen und von größeren gefressen werden. Dies könnte nur eine weitere nicht heimische Art im Südflorida-Mix sein“, so der Forscher. Die Art wurde bereits 2019 bei einer Routineuntersuchung des Tamiami-Kanals entdeckt, seitdem wird versucht herauszufinden, wie viele Tiere sich dort aufhalten. „Zu diesem Zeitpunkt wissen wir wirklich nicht genug, um zu sagen, ob Caecilians im C-4-Kanal wirklich angesiedelt sind“, so Sheehy. „Das wollen wir herausfinden.“

Entdeckung der Tiere „eine große Überraschung"
Über die zurückgezogenen Amphibien ist nur wenig bekannt. Einige der Blindwühlen verbringen ihr Leben eingegraben unter der Erde, andere sind in Süßwasser beheimatet. Wie der Name vermuten lasst, verfügen sie über ein extrem schlechtes Sehvermögen. Normalerweise ist Südmexiko das nördlichste Verbreitungsgebiet und die Tiere kommen in den USA eigentlich nicht vor. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir eines Tages eine Blindwühle in Florida finden würden. Das war also eine große Überraschung“, wundert sich der Forscher. Wie die Amphibien nach Miami kamen, stellt die Wissenschaft jedoch noch vor ein Rätsel.

Möglicherweise wurden unerwünschte Haustiere ausgesetzt
Sheely hat dazu allerdings eine Theorie: Denn die Tiere werden in Aquarien gehalten. Da diese nicht gerade leicht entkommen können, sei es denkbar, dass jemand seine unerwünschten Haustiere einfach im Kanal entsorgt hat. Der Kanal würde mit seinem warmen, langsam fließenden und seichten Wasser eine ideale Umgebung für die Blindwühlen sein.

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