30.07.2021 07:00 |

Kandidaten melden sich

ÖVP-internes Rennen um Landesdirektor beim ORF

Bei der ORF-Wahl dreht sich aktuell alles um die Zentrale in Wien. Doch auch die Länderchefs werden neu ausgeschrieben. In Salzburg deutet sich bereits ein ÖVP-internes Ringen um den Chefposten an. Den amtierenden Direktor erwartet Konkurrenz, Landeshauptmann Wilfried Haslauer entscheidet mit.

In allen Bundesländern steigt in puncto ORF die Nervosität. So auch in Salzburg. Denn wenn der neue Chef am Wiener Küniglberg einmal gewählt ist, werden auch die Posten für die Landesdirektoren ausgeschrieben. Das gilt natürlich auch für Salzburg. Die Entscheidung über den neuen Chef im Landesstudio fällt am 16. September.

Hier ist Christoph Takacs seit fünf Jahren Direktor. Er hat schon angekündigt, sich wieder bewerben zu wollen. Doch das Rennen ist noch lange nicht gelaufen. Denn es gibt einen weiteren in der Salzburger ÖVP sehr gut vernetzten Interessenten: Matthias Limbeck.

Limbeck stieg freiwillig als Stiftungsrat aus
Limbeck war 13 Jahre ORF-Stiftungsrat. Das ist das 35-köpfige Gremium, das neben der Generalswahl auch alle anderen wichtigen Entscheidungen im ORF trifft. Sein freiwilliger Ausstieg dort vor dem Sommer wurde von Beobachtern bereits als klares Zeichen für seine Bewerbung als Landesdirektor gewertet. Denn Stiftungsräte, die den General wählen, sind für zwei Jahre für Funktionen im ORF gesperrt.

Im „Krone“-Gespräch wiegelt Limbeck noch ab. „Ich will zuerst sehen, wer Generaldirektor wird und wie wichtig ihm das Thema Regionalität ist“, sagt er. Nur wenn die Landesstudios aufgewertet würden, würde er sich bewerben. Sollte Regionalität beim neuen ORF-General gewünscht sein, will Limbeck aber mit einem detaillierten Programm antreten.

Takacs verweist auf erfolgreiche fünf Jahre
Der Ex-Chef der Salzburger Messe, der zuletzt als Berater tätig war, würde auf Takacs treffen, der sich auf jeden Fall bewerben will. Der aktuelle Landesdirektor verweist auf seine Leistungen. „Wir haben alle programmlichen und wirtschaftlichen Kennzahlen erreicht, sogar deutlich überboten. In den vergangenen fünf Jahren ist uns viel gelungen. Ich werde mich neuerlich mit einer zukunftsorientierten Agenda bewerben“, sagt er.

Takacs kann gegenüber der Landesregierung auch auf einen sehr sanften Kurs der Redaktion verweisen. Das ist nicht unwesentlich, da ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer über das „Anhörungsrecht“ über den nächsten Landesdirektor mitentscheidet.

In Wien wird bei der Generalswahl eventuell auch indirekt über einen weiteren wichtigen Salzburger Posten entschieden. Sollte Amtsinhaber Alexander Wrabetz den Posten verlieren, gibt es Spekulationen, dass er sich für das Amt des Salzburger Festspielpräsidenten interessieren könnte.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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