Plagiatsvorwürfe

Guttenberg bittet Uni um Rücknahme des Doktortitels

Ausland
21.02.2011 22:07
Wegen der gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe hat der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Universität Bayreuth gebeten, seinen Doktortitel zurückzunehmen. Zur Begründung habe er auf "gravierende, handwerkliche Fehler" in seiner Dissertation hingewiesen, teilte die Universität am Montagabend mit. Sie sei aber dennoch verpflichtet, die Rechtmäßigkeit der Doktorarbeit zu prüfen.

Guttenberg hatte zuvor bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim angekündigt, den Doktortitel dauerhaft nicht mehr führen zu wollen. "Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde", sagte er. Einen Rücktritt als Minister schloss er jedoch aus.

Minister steht zu "Blödsinn"
Guttenberg räumte erneut Fehler ein: "Ich habe Fehler gemacht, ich habe sie nicht bewusst gemacht", sagte er. Zugleich entschuldigte Guttenberg sich bei denen, die er mit seiner Arbeit verletzt habe. Er wies erneut die Vermutung zurück, die Arbeit nicht selbst geschrieben zu haben. "Ich habe diese Arbeit selbst geschrieben. Ich stehe dazu, aber ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe." Es war der erste öffentliche Auftritt des Ministers seit Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe.

Das Internetportal "Focus Online" berichtet indes, dass Guttenberg in seiner Dissertation aus einer zweiten Expertise des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags weitgehend wörtlich abgeschrieben habe. Das Gutachten vom 25. Oktober 2005 trage den Titel: "Die Rolle der USA im europäischen Einigungsprozess bis zum Ende des Ost-West-Konflikts", berichtete "Focus Online" am Montagabend. Guttenberg habe auf den Seiten 199 bis 214 seiner veröffentlichten Dissertation die Sätze des Wissenschaftlers bis auf marginale Änderungen wörtlich übernommen, meldete "Focus Online". Der CSU-Politiker nenne nur in einer Fußnote den Wissenschaftlichen Dienst als Impulsgeber, der Name des Autoren tauche nicht auf.

Zuvor hatte bereits der "Spiegel" gemeldet, der CSU-Politiker habe wesentliche Teile einer anderen Arbeit der Bundestagswissenschaftler in seine Doktorarbeit übernommen.

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