28.07.2021 21:15 |

Wohnbauförderung

Land verfehlt Ziel bei Mietwohnungen klar

Erst im vergangenen November schraubte die Landesregierung ihre Ziele für den geförderten Mietwohnbau herunter. Jahrelang hatte das Land mit der Wohnbauförderung die 900 avisierten Mietwohnungen – teils deutlich – verfehlt. Ab dem Jahr 2021 sollen nur mehr mindestens 650 geförderte Wohnungen gebaut werden.

Nach einem halben Jahr ist aber schon klar, dass auch dieses Ziel viel zu hoch gewesen sein dürfte. In den ersten sechs Monaten gab es nur für 118 neue Mietwohnungen eine Förderzusage. Der Bauboom und die explodierenden Rohstoffpreise sorgen dafür, dass das Land nicht einmal mehr seine bescheidenen Ziele erreicht.

Die Zahlen, die aus einer dringlichen Landtagsanfrage der SPÖ hervorgehen, zeigen, dass vor allem Mietwohnungen stiefmütterlich behandelt werden. Dabei wären die gerade für Familien und Einzelpersonen mit kleiner Geldbörse besonders wichtig. Bei den Eigentumswohnungen ist das Ziel von mindestens 350 mit 236 Förderzusagen bis zur Jahresmitte schon fast erreicht.

Für die Mietwohnungen gibt sich die zuständige Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer (Neos) keinen Illusionen hin. „Das Ziel wird schwer zu erreichen sein“, sagt sie. Und das, obwohl die Regierung die Fördersätze für die Wohnbauträger im November um 40 Prozent erhöht und im Frühjahr noch einmal 30 Millionen Euro für die Wohnbauförderung zugeschossen hat.

Kostenexplosion trifft vor allem Mietwohnbau
„Würden wir das jetzt ein drittes Mal erhöhen, würden wir nur einen überhitzten Markt weiter befeuern“, ist Klambauer überzeugt. Die Landesrätin glaubt auch zu wissen, warum die Bilanz bei den Eigentumswohnungen weit besser als bei den Mietwohnungen ausfällt. Beim Eigentum gibt es die Förderzusage erst bei der Schlüsselübergabe. Bei den nun zugesagten Wohnungen wurde also vor der Kostenexplosion bei den Baupreisen mit dem Bau begonnen.

Die SPÖ wirft Klambauer Untätigkeit vor. „Die Wohnbaupolitik von Andrea Klambauer gleicht einem Fiasko für die wohnungssuchenden Salzburger“, sagt Wohnbausprecher Roland Meisl. „Die Landesregierung muss es schaffen, zumindest die 600 bis 700 Wohnungen im Jahr zu bauen, besser wären 1000“, fordert er.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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