Geheimnis gelüftet

Turm von Jericho schützte vor finsteren Mächten

Wissenschaft
21.02.2011 10:18
Das Geheimnis des 11.000 Jahre alten Turms von Jericho könnte entschlüsselt sein. Laut Kathpress vermuten zwei israelische Archäologen, dass der Bau in Zusammenhang mit der Sommersonnenwende steht. Der kegelförmige Turm, dessen Lage am Westrand der neolithischen Siedlung bis dato Fragen aufwarf, sei als eine Art "Wächter gegen die Mächte der Finsternis" errichtet worden.

Nach einer Beobachtung der Archäologen liegt das 8,25 Meter hohe Gebäude in einer Fluchtlinie mit dem Gipfel des benachbarten Dschebel Quruntul, der in der christlichen Tradition als "Berg der Versuchung" Jesu verehrt wird, und dem Punkt des Sonnenuntergangs am  21. Juni.

In einer Computersimulation wiesen die Wissenschaftler von der Universität Tel Aviv nach, dass der Schattenkegel des Quruntul-Gipfels am Abend des längsten Tages genau auf den Turm trifft.

Symbol der Stärke
Nach ihrer Deutung ist der Turmbau ein "Symbol der Stärke" der neusteinzeitlichen Bewohner und ein Ausdruck ihrer "Fähigkeit, den furchteinflößenden Kräften der Natur Widerstand zu leisten". Zugleich spekulieren die Archäologen, dass die Erbauer die kollektive Furcht nutzten, um sich Macht über die Bevölkerung zu verschaffen.

Insofern sei der Turm aus der frühesten Phase menschlicher Sesshaftigkeit auch ein erster konkreter Hinweis auf  "die Nutzung von Architektur als Mittel kalkulierter menschlicher Kontrolle".

Foto: Reinhard Dietrich

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