25.07.2021 08:00 |

Meist Abstürze

Fünf Tote - schwarze Serie in den Tiroler Bergen!

Einen hohen Blutzoll haben binnen fünf Tagen die Tiroler Berge gefordert: Fünf (!) Bergsteiger bzw. Wanderer verloren ihr Leben. Am Freitagabend wurde ein in den Mieminger Bergen vermisster Telfer (34) nur noch tot gefunden, ebenfalls am Freitag ein vermisster Landecker (38) auf deutscher Seite des Säulings bei Pflach.

Der Telfer – ein erfahrener Alpinist – war am Freitagmorgen mit seinem E-Bike auf das Mieminger Plateau gefahren. Vom Parkplatz Gacher Blick startete er zu einer Tour in die hier sehr anspruchsvollen und vielfach weglosen Mieminger Berge. Seine Angehörigen kannten sein Ziel nicht genau, tatsächlich wollte er auf die Westliche Mitterspitze.

„Die Route dorthin führt zunächst über einen Klettersteig ins hochalpine Gelände“, informiert der zuständige Alpinpolizist. Der 34-Jährige erreichte den „Schoaßkopf“, ein in keiner Karte eingetragenes Felsmassiv. Von da hatte er offenbar vor, über den östlichen „Schoaßkopfgrat“ die Mitterspitze zu erklimmen. Dort kam er leider nie an.

E-Bike in Mieming gefunden
Als er abends immer noch nicht zu Hause war, erstatteten seine Angehörigen auf der PI Telfs Vermisstenanzeige. „Wir haben wenig später das E-Bike des Alpinisten am Parkplatz ,Gacher Blick’ gefunden“, sagt der Alpinpolizist. Der Polizeihubschrauber Libelle Tirol startete zu einem Suchflug und fand den Telfer schon gegen 19.45 Uhr tot im felsdurchsetzen Gelände des „Schoaßkopfs“ in 2180 Meter Höhe. „Der 34-Jährige ist dort aus unbekannter Ursache abgestürzt.“

Angehörige schlugen Alarm
Ebenfalls die Angehörigen schlugen am Freitag Alarm, weil ein Landecker Bergsteiger (38) nicht mehr erreichbar war. Der Mann wollte über den 12-Apostel-Grat den Grenzberg Säuling (2048 m) bei Pflach besteigen. Da sein Handy im deutschen Netz eingeloggt war, wurden in die Suchaktion die Bergwacht Füssen und die bayrische Polizei mit dem Hubschrauber eingebunden. Die Einsatzkräfte fanden den Landecker gegen 17.30 Uhr tot in einer Rinne auf deutscher Seite. Er ist 200 Meter abgestürzt – Bergtoter Nummer fünf!

Erst am Sonntag war ein Mitarbeiter (34) der Augsburger Hütte tödlich abgestürzt. Am Dienstag erlitt ein Deutscher (71) bei der Bad-Kissinger Hütte einen Herzinfarkt und starb. Am Mittwoch starb ein Ungar (46) bei der Schwammerlsuche in Oberau.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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