Sa, 25. Mai 2019
18.02.2011 11:35

Schale aus Knochen

Alte Briten nutzten Schädeldecken als Trinkgefäße

Nicht nur die Wikinger, sondern schon die alten Briten aus der Steinzeit nutzten Menschenschädel als Trinkgefäße. Wie das Natural History Museum in London am Donnerstag mitteilte, weisen die Funde dreier rund 14.700 Jahre alter Schädel auf die etwas gruselige Verwendung hin.

Die Steinzeitmenschen hätten die Schädel der beiden Erwachsenen und eines etwa dreijährigen Kinds zunächst gesäubert und dann die Schädeldecken sorgfältig zu Trinkgefäßen (Bild) umgearbeitet, erklärte Silvia Bello von dem Museum. "Angesichts der zur Verfügung stehenden Werkzeuge war das eine ausgesprochen mühsame Arbeit."

Wie Forscher um Bello im Fachmagazin "PLoS One" schreiben, wurde bei der Prozedur auch ein Teil des Gehirns mitgegessen. Allerdings sei Kannibalismus wahrscheinlich nicht der Hauptzweck gewesen - in dem Fall hätten die Nutzer den Schädel einfach gespalten und sich nicht die Mühe gemacht, die Decke vollständig zu erhalten und zu bearbeiten.

Schädel-Schalen für Rituale genutzt?
Sie glaube eher, dass die Behältnisse für Rituale genutzt worden seien, erklärte Bello. Das vermutet auch ihr Kollege Chris Stringer. Nach Einschätzung des Anthropologen wurden die Schädel-Schalen zu einem ganz speziellen Zweck hergestellt, möglicherweise als Gefäße für Blut, Wein oder besonderes Essen.

Die präparierten Menschenschädel wurden in einer Schlucht im südwestenglischen Somerset entdeckt. Es sind die ersten derartigen Gefäße, die in Großbritannien gefunden wurden, und die weltweit ältesten derartigen Funde.

Foto: Natural History Museum London

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