Leiche zerstückelt

Verdächtiger war zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig

Österreich
16.02.2011 08:54
Der 22-jährige Philipp K., der in der Nacht auf den 2. Juli 2010 in Wien seine Ex-Freundin Stefanie P. mit zahlreichen Messerstichen getötet und anschließend zerstückelt haben soll, war zum Tatzeitpunkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurechnungsfähig. Zu diesem Ergebnis kommt das psychiatrische Gutachten, das nun bei Gericht eingelangt ist. Da somit die Schuldfähigkeit des Verdächtigen erwiesen scheint, dürfte für die Staatsanwaltschaft der Weg für eine Mordanklage geebnet sein.

Der psychiatrische Sachverständige Karl Dantendorfer hält es für "hochgradig unwahrscheinlich", dass bei Philipp K. eine volle Berauschung gegeben war. Das widerspricht der Version des 22-Jährigen: Er hatte zuletzt angegeben, er wäre beim Treffen mit der 21-jährigen Frau infolge seiner schweren Alkoholisierung eingeschlafen und habe am nächsten Morgen beim Aufwachen die Leiche der von unbekannter Hand Getöteten vorgefunden.

Dantendorfer räumt zwar ein, dass Philipp K. wahrscheinlich berauscht war. Seine Diskretions- und Dispositionsfähigkeit war dem Gutachter zufolge aber nicht aufgehoben.

Persönlichkeitsstörung
Laut psychiatrischer Expertise leidet der Mann, der am kommenden Donnerstag seinen 23. Geburtstag feiert, an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. "Unter der Voraussetzung, dass das hohe Gericht zum dem Schluss kommt, dass er die ihm zur Last gelegte Tat tatsächlich begangen hat, ist aus psychiatrischer Sicht davon auszugehen, dass er die Tat unter wesentlichem Einfluss der oben angesprochenen Persönlichkeitsstörung begangen hat",  betont Dantendorfer.

Folglich empfiehlt der Gutachter - sollte sich die Schuld des Verdächtigen herausstellen - diesen in eine Anstalt für geistig abnormen Rechtsbrecher einzuweisen, da eine "seelische oder geistige Abartigkeit höheren Grades" gegeben sei und - was das Begehen weiterer sexueller Straftaten betrifft - "von einer ungünstigen Gefährlichkeitsprognose für den Beschuldigten auszugehen ist".

Makabres Mordpuzzle
Was in der Nacht, in der Stefanie P. starb, genau passierte, ist noch immer nicht ganz geklärt. Bei der Rekonstruktion der Tat hatte sich jedenfalls folgender Hergang herauskristallisiert: Die 21-jährige Wienerin und der Salzburger hatten sich vor einiger Zeit getrennt. Trotzdem trafen sich die beiden hin und wieder. Auch am jenem Abend, dem Abend des Mordes, fuhr die junge Frau zu dem Verdächtigen in die Wohnung in Hietzung. Da es zwischen den beiden schon früher mehrmals zu lautstarken "Debatten" gekommen war, hielten Nachbarn die Schreie des Mädchens wohl für einen neuerlichen Streit.

Erst nachdem ein besorgter Onkel der 21-Jährigen am nächsten Tag Alarm schlug, griffen Polizisten in der blutverschmierten Wohnung den jungen Mann (Ein Ermittler: "Er wirkte wie ein verwirrtes Milchbubi") und einen 37-jährigen Freund auf. Beharrlich bestritt der Student anfänglich, etwas über den Verbleib des Mädchens zu wissen.

Erst als der 37-Jährige den Kriminalisten erzählte, der Student habe ihm den Mord und die Zerstückelung gebeichtet, begannen Fahnder mit dem makabren Mordpuzzle. Nach und nach entdeckten sie in Müllcontainern sterbliche Überreste der Zerstückelten. In einem Kübel in den Misträumen des Wohnhauses wurde der Torso der Leiche gefunden, in weiteren "Misträumen in Tatortnähe" dann weitere Leichenteile der Frau.

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