Beschwerden nach Match

EURO-Finale im Wembley: Protokoll eines Versagens

Das was sich im und rund um das Finale der EURO zwischen England und Italien im Wembley zutrug, wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen. Tatsache ist: Konnten die ersten 50 Spiele der EM noch vor größeren Hooligan-Attacken gerettet werden, waren im Endspiel die UEFA und die englischen Organisatoren gegenüber den Chaoten machtlos. Im Video sprechen Krone-Sportchef Peter Frauneder und Michael Fally über die Aktion der Fans.

Es war schon vor dem Spiel eindeutig, dass die Emotionen hochkochen werden. Wembley war für den großen Tag mit 60.000 Zuschauern gemäß den Corona-Vorschriften zu zwei Drittel gefüllt. Schon den ganzen Tag war es klar, dass Fans ohne Tickets versuchen werden, ins Stadion zu gelangen. Und so geschah es auch.

Bereits um 16 Uhr wurden Fans dabei gefilmt, wie sie versuchen, die Absperrungen durchzubrechen und so ins Wembley zu kommen. Dabei kam es zu ersten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aber das war erst der Vorgeschmack.

Laut Rekonstruktion der Tageszeitung „Guardian“ versuchte um 17.15 Uhr eine Gruppe von Fans ohne Tickets über den Wembley Park Boulevard ins Stadion einzudringen. Einige von ihnen begannen die Fenster einzubrechen. Andere schafften es so, in den oberen Sektor G des Stadions zu gelangen. 

Auch über den Wembley Wax
Auch über den Wembley-Way war der Andrang der Fans riesengroß, so konnten sich auch Fans ohne Tickets, beziehungsweise Hooligans unter die friedlich zum Match kommenden Fans mischen und so schafften es auch viele zu einem Behinderteneingang des Stadions zu gelangen, um sich dort mit den Stewards, der Security und den Fans, die schon im Stadion waren, zu schlagen.

Während die UEFA, das Wembley Stadion und die Polizei in offiziellen Stellungnahmen „von einer kleinen Anzahl von eingedrungenen Fans“ sprechen, schaute es im Stadion anders aus. Es waren sichtlich viel mehr Zuschauer anwesend, als geplant, schrieben Augenzeugen. Die Hooligans nahmen Menschen mit Tickets ihren Sitz ab und schauten dem Match von den Plätzen, die für Menschen mit Behinderung vorgesehen waren, zu.

Laut Augenzeugenberichten funktionierten auch die Corona-Kontrollen nicht mehr. Die Stewards waren froh, wenn sie überhaupt alle Menschen mit einer minimalen Kontrolle am Handy ins Stadion reinlassen konnten. Irgendwann herrschte Chaos. So konnte es passieren, dass Tausende von Fans mit Tickets erst gegen Ende der ersten Halbzeit ins Stadion eintreten konnten.

Was dann nach dem Match geschah, war auch zu erwarten. Purer Frust der England-Hooligans, ausgelassen auch an den Italien-Fans, von denen einige durch das Stadiongelände gejagt und geschlagen wurden. Alles in allem: Das war eines Finales nicht würdig.

Tamas Denes
Tamas Denes
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