Angst nach Explosion
Regierungskritische Zeitung in Bulgarien angegriffen
Durch die Explosion am Donnerstagmorgen gegen 5.45 Uhr Ortszeit (4.35 Uhr MEZ) in der Hauptstadt Sofia seien Fensterscheiben zu Bruch gegangen und Autos beschädigt worden, teilte der Polizeichef, Waleri Jordanow, mit. Verletzt wurde jedoch niemand.
Anschlag politisch motiviert
Die Chefredakteurin der Zeitung geht von einem politischen Motiv aus, da die Zeitung im bulgarischen Abhörskandal eine zentrale Rolle spielt. Die Zeitung veröffentlichte Telefonprotokolle, die sowohl ranghohe Regierungsmitglieder als auch den bulgarische Premier Bojko Borissow in ein schlechtes Licht rückten.
Beispielsweise war zu hören, wie Premier Borissow dem Zollchef Wanjo Tanow befiehlt, Steuerbeamte, die eine Bierfabrik näher untersuchen wollten, zurückzubeordern, weil er (Borissow, Anm.) dem Besitzer persönlich Schutz versprochen habe.
Ein weiterer O-Ton deckte ein darauffolgendes Gespräch zwischen dem Zollchef und einem Untergebenen auf, in dem erneut über den Druck des Premiers berichtet wird.
Premier weist Vorwürfe zurück und spricht von Manipulation
Der Premier bezeichnete die veröffentlichten Gespräche als "totale Manipulation". Borissow behauptet, er habe lediglich Beschwerden bekommen, dass der Besitzer der Bierbrauerei zu Unrecht von den Steuerbeamten unter Druck gesetzt worden sei.
Zuvor waren bereits Mitschnitte angeblicher Telefongespräche von Finanzminister Simeon Djankow, dessen Stellvertreter sowie Tanow publiziert worden. Darin ging es ebenso um angebliche Machenschaften beim Zoll und einen Schutzschirm für große Unternehmen.
Informationen von ehemaligem Geheimdienst-Offizier
Die Zeitung "Galeria" soll ihre Informationen von Alexej Petrow, einem Ex-Offizier des gegenwärtigen Geheimdienstes, bezogen haben. Petrow wurde inzwischen wegen des Vorwürfs, Kopf einer kriminellen Gruppe gewesen zu sein, verhaftet.











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