Unter anderem ergibt sich aus der Auswertung der ZAMG-Datensätze, dass sich 2010 der seit 1985 dauernde Aufwärtstrend bei den Niederschlagsmengen fortgesetzt hat. Die Temperatur lag um rund 0,5 bis ein Grad unter dem Mittelwert der vergangenen 20 Jahre. Im vieljährigen Vergleich, für den das Mittel der Jahre 1901 bis 2000 herangezogen wurde, war 2010 noch immer um 0,6 Grad zu warm.
Dass es im Vergleich der vergangenen zwei Jahrzehnte zu kühl war, führen die ZAMG-Experten unter anderem auf die Sonnenscheindauer zurück. Diese lag ebenfalls um fünf bis zehn Prozent unter dem Mittel der vergangenen 20 Jahre. Dieses allerdings liegt wiederum um fünf bis zehn Prozent über der durchschnittlichen Sonnenscheindauer der vergangenen 100 Jahre.
Weniger Sonne, mehr Regen
Dass die Sonne sich zu selten zeigte, liegt laut ZAMG auch daran, dass eben der Luftdruck sehr niedrig war. ZAMG-Klimaforscher Reinhard Böhm zufolge lässt sich bereits seit etwa 1990 ein deutlicher Trend zu einer Luftdruckabnahme in Österreich erkennen. Dies führt der Experte auf eine gesteigerte Tiefdrucktätigkeit im Mittelmeer (Bild) zurück, was weite Teile Österreichs beeinflusst und das Ansteigen der Niederschläge erklären würde.
Ganz geklärt ist der Zusammenhang zwischen den einzelnen Klimagrößen aber noch nicht, betonte Böhm. Über beinahe zwei Jahrhunderte hindurch seien Temperatur- und Druckentwicklung parallel verlaufen, beide haben seit Ende des 19. Jahrhunderts deutlich zugenommen. Ein Teil der Erwärmung in Österreich war somit auf zunehmende Hochdrucktätigkeit zurückzuführen. Seit 1990 kam es aber zu einer Entkopplung: Der Druck nimmt seither tendenziell wieder ab, die Temperatur verharrt jedoch auf hohem Niveau bzw. steigt noch weiter leicht an.
ZAMG untersucht weitere Entwicklung
Derzeit versuchen die ZAMG-Experten einen Blick in die Zukunft. In einer von der Sektion Wasser des Umweltministeriums unterstützten Studie werden die weitere Entwicklung der Tiefdrucktätigkeit im Adriaraum und die Auswirkungen auf Österreich, insbesondere auf Starkregen und -schneefall analysiert. Die Ergebnisse sollen weitere Aufschlüsse über das Verständnis des im Gang befindlichen Klimawandels geben und für Österreich die Möglichkeit schaffen, sich an veränderte Witterungsverhältnisse anzupassen.











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