17.06.2021 09:31 |

Starb „als Märtyrer“

Boko Haram bestätigt Tod ihres Anführers Shekau

Der Anführer der nigerianischen Dschihadistenmiliz Boko Haram war bereits mehrfach für tot erklärt worden - nun dürfte der Tod von Abubakar Shekau tatsächlich bestätigt sein. Der mutmaßliche neue Chef der Extremistengruppe, Bakura Modu, erklärte in einem Video, Shekau sei als „Märtyrer“ gestorben. Die rivalisierende Terrormiliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (ISWAP) soll verantwortlich für seinen Tod sein. Zuletzt hatten sich sogar radikale Islamisten von Shekau distanziert - aufgrund seiner extremen Brutalität.

Die Videobotschaft von Boko Haram wurde der Nachrichtenagentur AFP zugespielt. In dem kurzen Clip stellte sich Bakura Modu als neuer Chef vor. Shekau war seit 2009 Führer der Extremistengruppe, nachdem sein Vorgänger Mohammed Yusuf vom Militär getötet worden war.

Die Nachricht kommt keineswegs überraschend - bereits vor rund einem Monat erklärte ISWAP, eine Splittergruppe des IS, dass man Shekau bis zu seinem Versteck im Wald verfolgt habe und dass er sich im Zuge von Kämpfen in die Luft gesprengt habe. Medien berichteten, dass ISWAP danach eine Belohnung forderte - denn das US-Außenministerium hatte 2015 ein Kopfgeld in Millionenhöhe auf Shekau ausgesetzt. Das Rewards for Justice Program erteilte dieser Forderung über Twitter prompt eine Absage.

ISWAP hatte sich 2016 von Boko Haram abgespalten - unter Kritik am nun gestorbenen ehemaligen Führer, weil er auch muslimische Zivilisten angreifen ließ und Frauen als Selbstmordattentäterinnen einsetzte. Die Entführung von 276 Schülerinnen in Chibok im Jahr 2014 wurde ebenfalls selbst von radikalen Islamisten scharf verurteilt und sorgte weit über die Landesgrenzen Nigerias für Empörung. Mehr als hundert der entführten Mädchen sind bis heute verschwunden.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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