Für Sex-Partys?

Berlusconi soll Schülerin 20.000 Euro gezahlt haben

Ausland
02.02.2011 12:26
Details der Ermittlungen um die Beziehungen von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi zu jungen Frauen sorgen weiterhin für Aufregung. Aus Kreisen um die Mailänder Staatsanwaltschaft wurde bekannt, dass Berlusconi im vergangenen Jahr 20.000 Euro an die Mutter der neapolitanischen Schülerin Noemi Letizia überwiesen haben soll, berichtete die Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch.

Die heute 19-jährige Noemi Letizia, die Berlusconi liebevoll "Papi" nennt, hatte 2009 vom Premier zur Volljährigkeit ein mit Diamanten besetztes Goldcollier erhalten. Nach der undurchsichtigen Affäre mit der Neapolitanerin ging 2009 die Ehe des Premiers in die Brüche. Berlusconi musste öffentlich schwören, dass er keine Beziehung zu minderjährigen Mädchen pflegt.

Aus den Ermittlungen gehe hervor, dass Berlusconis Steuerberater ein Konto über 1,5 Millionen angelegt habe, um die Teilnehmerinnen an seinen Partys einfacher durch seine Handlanger bezahlen zu lassen, berichteten italienische Medien. Aus diesem Konto sei das Geld für Letizias Mutter geflossen. Auch gegen Berlusconis Buchhalter Giuseppe Spinelli laufen zurzeit Ermittlungen.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Berlusconi sorgt seit fast zwei Jahren mit Skandalen um sein Privatleben für Aufsehen. Gegen den Premierminister wird wegen Amtsmissbrauch und Sex mit minderjährigen Callgirls ermittelt. Am Freitag könnte die Mailänder Staatsanwaltschaft ein Eilverfahren gegen den Premierminister einreichen. Die junge Regionalpolitikerin Nicole Minetti, die ebenfalls in die Affäre involviert ist, hat vor den Staatsanwälten indessen den Vorwurf der Beihilfe zur Prostitution zurückgewiesen. Sie soll Berlusconi junge Frauen für seine Sex-Partys organisiert haben.

Vor zwei Wochen hatte Berlusconi in einer Videobotschaft berichtet, er habe nach der Trennung von seiner Ehefrau Veronica Lario eine feste Beziehung. Italienische Medien spekulieren seitdem, wer die neue Partnerin des Premierministers sein könnte.

"Ruby" heiratet bald
Callgirl "Ruby" ist es jedenfalls nicht, denn sie heiratet in Bälde in Genua. "Ich heirate in drei Wochen vor dem Standesamt und im Juni in der Kirche", sagte die 18-Jährige nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Mittwoch. Der künftige Ehemann sei der 42-jährige Luca Risso, Inhaber einer Diskothek in Genua, mit dem das mit dem Namen "Ruby Rubacuori" (Ruby Herzensbrecherin) bekannte Callgirl seit einigen Monaten liiert ist.

Die junge Marokkanerin, die eigentlich Karima El Mahroug heißt, versicherte, dass sie nicht heirate, um eine Aufenthaltsgenehmigung in Italien zu erhalten. "Ich lebe seit 2001 in Italien und meine Dokumente sind in Ordnung. Ich habe sogar einen Arbeitsvertrag als Kellnerin", sagte die junge Frau. "Ruby" betonte, sie bedauere den Rummel rund um ihre Beziehung zum Premierminister. Könnte sie noch einmal beginnen, würde sie nicht mehr an den Partys in Berlusconis Villa in Arcore teilnehmen. "Ob sich Berlusconi vor den Justizermittlungen retten wird? Ich weiß es nicht, das ist seine Angelegenheit. Er ist allein und kämpft gegen seine Einsamkeit, wie ich auch getan habe", sagte die junge Frau.

Laut den Mailänder Ermittlern soll "Ruby" im vergangenen Frühjahr mehrere Nächte in Berlusconis Villa verbracht haben. Gegen den Premier laufen deswegen auch Ermittlungen wegen Beihilfe zur Prostitution. "Ruby" soll von Berlusconi fünf Millionen Euro für ihr Schweigen über ihre Beziehung verlangt haben.

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