Fußball

11.06.2021 06:25 |

Nächster Meilenstein

Lallitsch sorgt bei der EURO für eine ORF-Premiere

Anna-Theresa Lallitsch wird als erste Frau im ORF ein sportliches Herren-Großevent kommentieren. Bereits am zweiten Spieltag der heute startenden Fußball-EM ist sie bei Dänemark gegen Finnland (Samstag, 18 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) im Einsatz. Die Aufregung darüber hält sich bei der 28-jährigen gebürtigen Grazerin in Grenzen. Schließlich habe sie schon zahlreiche Spiele kommentiert. Viel mehr dränge sich Euphorie in den Vordergrund: „Ich freue mich wahnsinnig.“

Im Mai 2019 kommentierte sie erstmals für den ORF ein Fußballspiel - österreichweit ein Novum, wenngleich international betrachtet ARD oder auch ZDF früher eine Kommentatorin ins Spiel brachten. Seitdem wurde Lallitsch bei der FIFA-Frauen-WM oder auch der 2. Liga eingesetzt. Ihre Vorbereitungen darauf unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen für die anstehende EURO 2020. „Ich will immer gleich gut kommentieren. Nur je höher es rauf geht, desto mehr Informationen gibt es“, erklärte sie. Sie stehe damit vor der Aufgabe, diese „Informationsflut“ zu filtern und für ein schönes Gesamtbild aus fachlichem Kommentar, Infos und Emotion zu sorgen.

An ihrer Seite sitzen je einmal Helge Payer und Roman Mählich als Co-Kommentatoren. „Ich schätze beide sehr. Die Zusammenarbeit ist dann gelungen, wenn ich ein Gespräch mit ihnen führe und der Zuschauer sich als Teil davon fühlt“, so Lallitsch, die ihre ORF-Karriere damit startete, die akustische Bildbeschreibung von Hunderten Fußballspielen für blinde und sehbehinderte Menschen einzusprechen.

Abseits von Dänemark gegen Finnland am 12. Juni wird sie auch Finnland gegen Russland (16. Juni) und die Zusammenfassung von Finnland gegen Belgien (21. Juni) kommentieren. Dreimal Finnland sei aber Zufall, was sie aber positiv sehe. Mit jeder weiteren Begegnung werde man „ja doch ein bisschen mehr zur Expertin“. Am gespanntesten sei sie auf Dänemark: „Die haben sehr gute Kicker.“ Belgien sieht sie wie Frankreich gar als Titelanwärter. „Für Österreich sollte das Achtelfinale oder gar Viertelfinale möglich sein“, prognostizierte Lallitsch.

„Spaß steht für mich im Vordergrund“
Bisher habe sie für ihren emotionalen Stil großteils positives Feedback erhalten. Zudem würden sich „die Leute freuen, dass nun endlich auch eine Frau kommentiert. Das sollte aber normal sein“, meinte Lallitsch. Sie verstehe zwar die daraus resultierende Aufregung, aber letztendlich sei die Diskussion, ob das nun ein Mann oder eine Frau mache und wie sie mit Hasskommentaren umgehe, „ein bisschen müßig“. „Ich möchte es einfach machen und dabei steht der Spaß für mich im Vordergrund“, betonte sie.

Wohin ihre Reise sie noch führen soll, weiß die 28-Jährige nicht: „Ich habe keine Ahnung. Wenn ich das Gefühl habe, ich muss weiter, dann werde ich das machen. Aber jetzt im Moment gefällt mir die Reise mit dem ORF.“ Mehr moderieren wäre aber schon eine Idee, meinte sie.

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