09.06.2021 16:00 |

B189 Imst-Nassereith:

Radfahrverbot alles andere als sattelfest

An den engen Straßenstellen zwischen Imst und Nassereith müssen sich Lkw hinter Radfahrern anstellen. Mit der Eröffnung des neuen Radweges um 1 Mio. Euro sollte ein Fahrverbot für Biker auf der Bundesstraße einhergehen. Die nun geplante Realisierung dürfte für den TVB aber alles andere als einfach werden.

Seit dem schweren Unfall Nähe Locherboden nehmen die Diskussionen über Radfahrer auf der Bundesstraße auch im Gurgltal wieder Fahrt auf. „Ich verstehe nicht, dass sie in den Abgasen radeln, wo doch durch das Gurgltal ein asphaltierter Radweg in der Natur existiert“, schüttelt eine Nassereitherin den Kopf. Und auf der teils engen Streckenführung müssen sich bei Gegenverkehr Lkw hinter den Pedalrittern anstellen, davon können Pendler ein Lied singen.

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Das Verbot ist auch Teil der Fernpassstrategie des Landes.

TVB-Obmann Hannes Staggl

Tatsächlich verläuft streckenweise unmittelbar neben der Bundesstraße ein nagelneuer Radweg. Rund eine Million Euro kostete dieser den Tourismusverband und wurde im letzten Jahr eröffnet – mit dem Ziel, auf der B 189 ein Radfahrverbot zu verhängen. „Das Verbot ist auch Teil der Fernpassstrategie des Landes“, erinnert TVB-Obmann Hannes Staggl und beauftragte seinen GF Thomas Köhle, es bei der Behörde zu beantragen.

Imster Stadtchef bremst
Eine „g’mahte Wiesn“ wird dies allerdings nicht werden, denn aus der Verkehrsabteilung des Landhauses heißt es: „Es ist grundsätzlich möglich, auf einer Bundesstraße ein Radfahrverbot zu erlassen. Dafür benötigt es allerdings eine haltbare Begründung wie konkrete Gefahren oder eine gewisse Unfallhäufigkeit.“ Das Vorhandensein eines neuen Radweges reiche nicht aus. Für GF Köhle ist klar, dass die Restriktion im Konsens mit den drei Bürgermeistern geschehen muss. Der Nassereither Dorfchef Kröll stehe voll dahinter, versichert er der „Krone“, auch BM Rueland aus Tarrenz: „Ja, die Radler sind ein riesen Gefahrenpotenzial.“ Auf der Bremse steht jedoch der Imster Stadtchef Weirather: „Ich werde es eher nicht unterstützen, der Asphalt muss durchgehend sein.“

Asphaltierungsverbot
Er spricht jene „Schwachstelle“ an, die der Naturschutz als Bedingung für den Bau formulierte: 254 Meter durften wegen des massiven Vorkommens von Kleintieren nicht asphaltiert werden. Köhle: „Wir haben aber einen Spezialbelag aufgebracht.“ Trotzdem würden dort die Straßenfahrer nicht fahren, meint Weirather. Eine Pattsituation? Ötztal Tourismus löste diese, indem man das Asphaltierungsverbot rechtlich beeinspruchte und letztendlich recht bekam.

Hubert Daum
Hubert Daum
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