30.05.2021 20:34 |

Einziger Überlebender

Seilbahnunglück: Eitan (5) kann wieder essen

Der Zustand des bei dem Gondelabsturz in Norditalien schwer verletzten fünfjährigen Eitan bessert sich weiter. Der Bub hat laut einer Mitteilung des Kinderkrankenhauses, wo er sich weiterhin auf der Intensivstation befindet, zum ersten Mal leichte Nahrung zu sich genommen.

Seine Tante und seine Großmutter seien bei ihm, hieß es weiter. Er hatte bei dem Unglück mit 14 Toten seine Eltern, seine Urgroßeltern und seinen Bruder verloren.

Sicherheitssystem ausgesetzt: Ermittler vermuten weitere „Mitwisser“
Unterdessen zogen die Ermittlungen um die Ursachen der Katastrophe weitere Kreise. Laut der Staatsanwaltschaft könnten auch weitere Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft Ferrovie del Mottarone angezeigt werden. „Wir prüfen, inwiefern sie von der Manipulation der Notbremse wussten“, teilte die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi mit. „Wir wollen nachgehen, ob die Mitarbeiter aktiv an der Aussetzung des Sicherheitssystems teilgenommen, oder ob sie Befehle von Vorgesetzten befolgt haben“, so die Staatsanwältin. Laut den Ermittlern hatte die Seilbahn bereits seit eineinhalb Monaten technische Probleme, von denen mehrere Mitarbeiter der Gesellschaft informiert waren.

Verdacht gegen Besitzer und Direktor hat sich nicht erhärtet
Da es gegen den Besitzer der Seilbahnanlage „Ferrovie del Mottarone“ und gegen den Direktor keine soliden Beweise gibt, sind die beiden am Sonntag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Einsatzleiter wurde unter Hausarrest gestellt. Dieser hatte seine Verantwortung eingestanden. Er habe nie gedacht, dass es zu einem Kabelriss kommen würde. „Ich bin kein Krimineller. Ich hätte keine Menschen in die Kabine einsteigen lassen, wenn ich gedacht hätte, dass das Seil reißen würde“, sagte der Mann, der seit 38 Jahren für die Seilbahngesellschaft „Ferrovie del Mottarone“ arbeitet.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Die Bremsvorrichtung war Medienberichten zufolge bereits seit dem 26. April, dem Tag der Wiederaufnahme des Seilbahnbetriebs, wegen eines technischen Problems außer Betrieb. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und zwei Kinder.

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