30.05.2021 10:21 |

„Bergkrone“ vor Ort

So extrem sind die Bauarbeiten unterm Großglockner

Eine Staublawine hat im Winter die Materialseilbahn zur Erzherzog Johann Hütte, der höchstgelegenen Schutzhütte Österreichs unterm Großglockner zerstört. Bergerfahrene Arbeiter sind aktuell dabei, unter widrigsten Bedingungen die Seilbahn wieder neu aufzubauen.

Gleich vorweg: Auf dieser Baustelle sind nur absolute Profis am Werk! Es gilt, fünf der sieben Stützen der vier Kilometer langen Materialseilbahn zu erneuern sowie das alte Trag- und das Zugseil durch neue zu ersetzen.

Sechs Meter hohe Schneewand
Und das ist alles andere als ein leichter Job, denn es dauerte zwei Wochen, um alleine die Schotterstraße hinauf zur Lucknerhütte (2241 Meter) von den gewaltigen Schneemassen zu befreien, die sich heute noch sechs Meter hoch links und rechts neben der Straße türmen.

Bagger wurde mittels Helikopter angeflogen
Seit Mitte Mai wird gearbeitet. „Ich liebe solche Herausforderungen“, schwärmt der Osttiroler Erdbau-Profi Sepp Wibmer. Sein Mini-Bagger musste in drei Teile zerlegt mit dem Helikopter auf 2800 Meter Höhe geflogen werden, wo er das Fundament für die fünfte Liftstütze vorbereitet. Eine Stunde benötigt der sportliche Unternehmer Sepp, um flotten Schrittes mit Tourenskiern zu seinem Arbeitsplatz zu kommen - bei jedem Wetter.

Hüttenwirt sorgt für die Sicherheit der Arbeiter
Doch ausgerechnet beim Baustellen-Besuch der „Bergkrone“ klappt es nicht: „Die Lawinengefahr ist zu groß“, so Bergführer Toni Riepler. Der sympathische Kalser führt seit Jahren als Hüttenwirt erfolgreich die Adlersruhe, wie die 3454 Meter hoch gelegene Erzherzog Johann Hütte liebevoll genannt wird. Beim Wiederaufbau der Seilbahn packt Toni nicht nur kräftig an, sondern sorgt zusätzlich für die Sicherheit der Arbeiter.

Jonas und Michi von der Salzburger Firma Steger Bautauf bereiten die Schalung für das Fundament der Stützen vor. Der Beton kommt mit dem Hubschrauber geflogen – vorausgesetzt, das Wetter passt. Hüttenwirt Toni hofft, dass die Arbeiten bis Ende Juni fertig sind. Aktuell sorgt fast täglich Neuschnee für Verzögerungen: „Ich hoffe, dass ich die Hütte Ende Juni zu Beginn der Glocknersaison aufsperren kann.“

Die „Bergkrone“ war vor Ort
Finanziert wird die 500.000 Euro teure Sanierung der Materialseilbahn übrigens mit Eigenmitteln, Spendengeldern und Förderungen von dem legendärsten Bergsteiger-Klub schlechthin, dem Österreichischen Alpenklub, dem auch die Erzherzog Johann Hütte sowie die 114 Quadratmeter des Großglockner-Gipfels gehören - das höchstgelegene Stückchen Österreichs. Mich haben die Arbeiter jedenfalls beeindruckt, die im Hochgebirge Gewaltiges leisten.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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