Rückgabefest abgesagt

Letzter Akt im Linzer Maibaum-Drama

Oberösterreich
29.05.2021 13:00
„So eine unnötige Kinderei“, werden sich jetzt wohl auch viele „Krone“-Leser denken und dabei den nahenden Juni herbei sehnen. Denn langsam reicht’s mit dem Geplänkel um den Linzer Maibaum. Fix ist: Das „Corpus Delicti“ kommt nicht zurück, weil SP-Stadtchef Klaus Luger mit den Dieben einfach nicht reden wollte.

„Durchs Reden kommen d’Leut zam“ – eine allgemeine Sichtweise, die allerdings SP-Bürgermeister Klaus Luger scheinbar nicht teilt.

Coup gelang - das peinliche „Drama“ begann
Rückblick: Am 1. Mai, kurz nach sechs Uhr, rückte die „Steinbrucher Maibaum Crew“ aus Neufelden am Linzer Hauptplatz an, um vor allen Augen den feierlich geschmückten Baum, den die Gemeinde Neumarkt im Mühlkreis anlässlich ihres 850-Jahre-Jubiläums spendete, zu stehlen. Der Coup gelang, doch was sie damit unbewusst lostraten, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten und wohl auch nur in Linz möglich.

Bürgermeister vermied Kontakt mit „Dieben“
Stadtchef Luger vermied jeglichen Kontakt mit den Mühlviertlern, schickte lieber den Vorsitzenden der Heimat- und Trachtenvereine, Günther Kreutler, vor. Dieser missbilligte kurzerhand die Diebestour als nicht brauchtumskonform. Dass Wochen später der Bürgermeister die Diebe aufforderte, das „Corpus Delicti“, wie berichtet, nur noch in kleinen Teilen zurückzubringen – ein schlimmer Brauchtumsfauxpas – störte ihn dagegen nicht.

Neufeldener zu Fest nicht eingeladen
Gestern dann schließlich der Höhepunkt: Der Stadtchef veranstaltet am 2. Juli ein Fest mit Vertretern der Baumspender-Gemeinde Neumarkt, die Diebe sind nicht eingeladen, weil sie das Auslöseangebot (ein Fass Bier und einen Geschenkkorb) ablehnten. „Oberdieb“ Christian Mühleder: „Hätte er einmal mit mir gesprochen und uns eingeladen, hätte alles gepasst. Uns ging es um’s Brauchtum und die Gaudi. Mit Luger scheinbar unmöglich.“

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