29.05.2021 09:33 |

Hunderte Feiernde

„Aktion scharf“ der Polizei im Grazer Stadtpark

Nach einer heftigen Massenschlägerei mit 60 Personen im Grazer Stadtpark und anderen Eskapaden kontrolliert die Polizei dort nun verstärkt. Die Beamten setzen vor allem auf Deeskalation. Auch am Freitagabend versammelten sich wieder Hunderte Menschen im Stadtpark, nach Flaschenwürfen und Pöbeleien wurden Lautsprecher aus dem Verkehr gezogen.

Picknicken, etwas trinken, die Ruhe und das Grüne genießen: Wer sich dabei zivilisiert verhält, der macht auch keine Probleme. Doch vor allem seit Corona beklagen Anrainer Lärm und Schmutz, der Grazer Stadtpark bleibt nach den Treffen von riesigen Gruppen wie ein Mülleimer zurück.

Erst kürzlich eskalierte die Lage dann: 60 Personen gerieten bei der Passamtswiese in eine Schlägerei. Mutige kletterten auf das große Kreuz, machten viel Radau.

Polizei will Gruppen nicht mehr gewähren lassen
Die steirische Polizei will nun nicht mehr nur gewähren lassen. Am Freitag führten die Beamten Kontrollen durch. Die „Krone“ hat sie bei den Amtshandlungen begleitet.

„Wir wollen für Ruhe und Ordnung sorgen, aber es besteht eine Lärmgefahr und es gibt sehr viel Alkoholkonsum“, sagt Polizeisprecher Heimo Kohlbacher am Beginn der Schwerpunktkontrolle. Kurz nach 22 Uhr geht es los, die „Krone“-Reporter bleiben dicht an den Beamten.

Die Polizisten kontrollieren die Sicherheitsabstände, eine Körperverletzungs-Fahndung ist bereits eingeleitet. „Am wichtigsten ist aber die Verhältnismäßigkeit“, sagt der Sprecher. „Es ist jetzt schon ein größerer Einsatz. Eine Schwerpunktkontrolle.“ Man verstehe aber das Bedürfnis der jungen Menschen, rausgehen zu wollen.

Die Stimmung ist von Beginn an aufgeheizt, einige Partytiger flüchten, weil die Polizisten sie von zwei Seiten einkreisen. „Es riecht nach Haschisch“, bemerkt unsere Reporterin naserümpfend.

Sobald die Beamten im Zentrum der Party angekommen sind, werden Buh-Rufe laut. Schon nach einigen Minuten der Razzia muss sich die Polizei zurückziehen, weil erste Geschosse und Flaschen durch den Nachthimmel fliegen. Man wartet auf Verstärkung. „Wir müssen auf die eigene Sicherheit schauen!“

Lautsprecher aus dem Verkehr gezogen
Nach dem Rückzug statten sich die Beamten mit besserer Schutzausrüstung aus. Einige Lautsprecher werden aus dem Verkehr gezogen, damit sich die Situation beruhigt. „Es ist jetzt ruhiger geworden, viele Leute sind nach Hause gegangen. Wir setzen vor allem auf Dialog und Deeskalation, aber wenn jemand mit Flaschen auf Kollegen wirft, dann müssen wir klar machen: Das geht so nicht“, bilanziert der Einsatzleiter.

Massenansammlung auch am Wiener Donaukanal
In Wien kam es zu ähnlichen Szenen am Donaukanal: Auch dort versammelten sich erneut zahlreiche Menschen zum gemeinsamen Partymachen. Auch hier wurden die geltenden Corona-Bestimmungen bis weit nach 23 Uhr ignoriert.

Birgit Samer
Birgit Samer
Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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