07.05.2021 06:00 |

Aufklärung ist nötig

Jagd-Affäre um Prinz: Viele Fragen bleiben offen

Der Abschuss des mächtigen Braunbären „Arthur“ in Rumänien, der nun Emanuel von und zu Liechtenstein vorgeworfen wird, lässt noch immer etliche Fragen offen: Wusste der Prinz, was er da schießt? Wo ist der Korpus des Tieres? Diese Causa gehört aufgeklärt!

Wie kam es überhaupt zum Abschuss eines Bären in Rumänien? Diese Tiere sind ja auch dort geschützt.
Ein Bauer hatte Schäden durch einen weiblichen Problembären gemeldet, dafür gibt es Sondergenehmigungen für die „Entnahme“. Allerdings mutmaßen die Experten der Organisation „Agent Green“ sowie des Vereins gegen Tierfabriken angesichts der zeitlichen Abfolge, ob die Problematik nicht konstruiert sein konnte - um einem Schützen den Abschuss zu ermöglichen. Auch das ist Gegenstand der Ermittlungen.

Wie funktionieren in der Pandemie Jagdausflüge?
Auch ein interessanter Aspekt. Der Abschuss passierte am 13. März in Zeiten des Lockdowns, wo man bekanntlich angehalten war, nur nötigste Wege zu machen. Laut Auskunft der Botschaft sind für jede Einreise nach Rumänien zehn Tage Quarantäne Pflicht.

Wie ist der Status der Ermittlungen?
Das rumänische Umweltministerium hat Einheiten damit beauftragt, sämtliche Vorgänge zu prüfen; ein erstes Ergebnis wird schon am Freitag erwartet. Interessant ist sicher auch, ob, wie und wie viel Geld geflossen ist. Der betroffene Bauer gibt laut Gabriel Paun von „Agent Green“ an, dass er keine Schadenszahlungen erhalten habe und der Problembär noch immer da sei.

Wäre es möglich, dass der Prinz richtig gehandelt hat?
Dazu könnte nur Emanuel von und zu Liechtenstein selbst für Aufklärung sorgen, allerdings soll sich die Abschussgenehmigung definitiv nur auf die Problembärin und nicht auf „Arthur“, eines der größten Tiere seiner Art in Europa, bezogen haben. In Jägerkreisen wird heftig diskutiert: Verantwortlich sei der dort zuständige Jagdleiter, eventuell habe man den Schützen dahingehend informiert, dass es sich bei dem Tier um das gesuchte handelt. Allerdings: Letzt verantwortlich ist, zumindest ist das der waidmännische Grundsatz in Österreich, der Schütze selbst.

Wo sind die sterblichen Überreste des Tieres?
Laut Jagdreport, der uns vorliegt, gehören Fleisch und Trophäe dem Schützen.

Welche Forderungen ergeben sich jetzt?
Der VGT etwa verlangt ein Verbot der Trophäenjagd. Diese ist aber für diverse Länder Wirtschaftszweig.

Wird sich das auf die Riegersburg als Tourismusdestination auswirken?
Im Moment ergießt sich, vor allem aus Rumänien, ein „Shitstorm“ über die Burg. Allerdings: Mit der internationalen Berichterstattung wurden auch Bilder der Burg mittransportiert, deren Bekanntsgrad damit enorm gesteigert. Das könnte sich laut Kennern langfristig sogar positiv auf Tourismuszahlen auswirken.

Christa Blümel
Christa Blümel
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