Umfrage zeigt

Fast jeder 2. Oberösterreicher fühlt sich einsam

„I bin hoit gonz alla, niemand mog mi“ sang einst Hans Krankl augenzwinkernd. Doch wer in der Pandemie alleine ist, dem ist nicht zum Lachen, sondern zum Weinen. Laut einer IMAS-Studie im Auftrag von pro mente fühlen sich 44 Prozent der Oberösterreicher einsam.

„Jeder zweite Oberösterreicher hat den Eindruck, dass sich die Corona-Pandemie negativ auf seine psychische Gesundheit ausgewirkt hat“, sagt Kurosch Yazdi, Vorstandsvorsitzender von pro mente OÖ: „Ob jung, alt, krank, gesund - die psychischen Belastungen sind für fast alle geastiegen.“ Tatsächlich sagten 34 Prozent, dass sich die Pandemie negativ ausgewirkt habe, weitere 16 Prozent sogar „sehr negativ“. Auch interessant: Einem Drittel der Landsleute ist die Krise „wurscht“. Vielleicht der beste Weg.

Grundsätzlich gibt es zwei große Gruppen
Generell zeigt sich, dass die Bevölkerung in zwei Gruppen zerfällt. Die einen Landsleute sind mit großer Widerstandskraft gesegnet und haben das Jahr gut überstanden, die anderen litten hingegen sehr, weiß pro mente Präsidentin Monika Czamler: „Als größte psychische Probleme werden vor allem die Einsamkeit, soziale Isolation beziehungsweise fehlende soziale Kontakte genannt. Vereinsamung war schon in den letzten Jahren ein Thema. Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger“. 13 Prozent fühlen sich täglich einsam - siehe auch unsere Grafik.Krise macht auf Dauer viele richtig mürbe Die Dauerkrise drückt vielfach aufs Gemüt. Jeder Zweite hat im Vorjahr vermehrt an Langeweile, Lustlosigkeit, Müdigkeit gelitten, fühlte sich niedergeschlagen, antriebslos, bedrückt und gereizt, sagt Czamler: „Das belastet das psychische Gleichgewicht ungemein.“

Sehnsucht bei Jungen am größten
Im Käfig der Corona-Maßnahmen sehnen sich die Jungen besonders stark nach persönlichen Kontakten, so Paul Eiselsberg von IMAS: „Acht von zehn Befragten ab 16 Jahren wünschen sich mehr direkten Kontakt, ein Drittel sogar viel mehr persönlichen Kontakt. Junge Oberösterreicher und Einsame sehnen sich überdurchschnittlich stark nach mehr persönlichem Kontakt“.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Mittwoch, 23. Juni 2021
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