04.05.2021 10:03 |

Trümmerregen droht

Chinesische Rakete stürzt auf die Erde zurück

Nach dem Start des Kernmoduls von Chinas neuer Raumstation drohen in den kommenden Tagen Trümmer des Hauptteils der Trägerrakete „Langer Marsch 5B“ auf die Erde zu stürzen. Raumfahrtexperten warnten jetzt vor einem „unkontrollierten“ Wiedereintritt der 20 Tonnen schweren Rakete in die Erdatmosphäre.

Grund sei das Design von „Langer Marsch 5B“. Die Rakete lasse sich nach dem Start nicht mehr so steuern, um an einem vorbestimmten Punkt ins Meer zu fallen, heißt es. „Wir wissen nicht, wo“ (sie abstürzen wird, Anm.), sagte am Dienstag der Astrophysiker Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts.

Dürfte nur teilweise in Atmosphäre verglühen
„Im schlimmsten Fall wird es wie der Absturz eines kleinen Flugzeugs, der sich aber über Hunderte Kilometer verteilt.“ Da die Rakete sehr schnell um die Erde kreise, sei ungewiss, wann und wo genau sie in die Atmosphäre eintreten und dort teilweise verglühen dürfte, heißt es.

Schon nach dem ersten Flug des neuen besonders schweren und tragfähigen chinesischen Raketentyps „Langer Marsch 5B“ im Mai 2020 waren an der westafrikanischen Elfenbeinküste Trümmer niedergegangen und hatten mehrere Häuser in Dörfern beschädigt. „Das Design ist fahrlässig im Vergleich zu gegenwärtigen Standards anderer Länder“, kritisierte McDowell die chinesische Rakete.

Kernmodul für Raumstation ins All gebracht
Die Rakete hatte am vergangenen Donnerstag das 22 Tonnen schwere Kernmodul „Tianhe“ (Himmlische Harmonie; Bild oben) erfolgreich ins All gebracht. Damit begann die junge Raumfahrtnation den Bau seiner eigenen Raumstation. Weitere Starts sind dafür geplant. So sollen zwei weitere, 22 Tonnen schwere Module ins All gebracht und angebaut werden. Die Station soll „um 2022“ fertiggestellt werden und dann „Tiangong“ (Himmelspalast) heißen.

Wenn die technisch veraltete internationale Raumstation ISS wie geplant in den kommenden Jahren ihren Dienst einstellt, wäre China danach die einzige Nation, die einen ständigen Außenposten im Weltraum betreibt.

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