Trauriges Jubiläum

Der lange Schatten der Atomkatastrophe

Diese Atomkatastrophe ist noch immer nicht vorbei: 35 Jahre nach der Zerstörung des Reaktorkerns von Block 4 im damals sowjetischen AKW in Tschernobyl (Ukraine) steckt etwas Radioaktivität noch immer in unseren Böden, in Form des Isotops Cäsium-137. Kein Wunder, wurde doch ab 26. April 1986 durch den Brand im Tschernobyl-Reaktor ein radioaktiver Fallout wie von 500 Hiroshima-Atombomben freigesetzt und windverfrachtet, besonders viel davon bis nach Österreich.

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Die Landkarte zeigt den Status der Belastung mit dem strahlenden Isotop Cäsium-137 am 1. Mai 1986, aus der ersichtlich ist, dass es dabei große Teile Oberösterreichs besonders getroffen hat. Mancher kann sich noch an Messungen mit Geigerzählern auf Spielplätzen erinnern. Apropos: Die in der Grafik verwendete Maßeinheit kBq – Kilobecquerel – bedeutet den Zerfall von 1000 Atomen pro Sekunde und Quadratmeter.

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Der Jahrestag des Super-GAUs Tschernobyl macht uns erneut die verheerenden und Jahrzehnte andauernden Folgen der Nutzung der Atomkraft deutlich.

Anti-Atom-Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen

Heute, nach 35 Jahren, ist die Belastung natürlich weit geringer (Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren), die aktuelle Karte des Umweltbundesamts zeigt kaum noch rote Punkte. Aber besonders in Pilzen und Wildbret können Lebensmittelaufsicht OÖ und AGES Linz immer noch teils hohe, aber bei weitem nicht gesundheitsschädliche Cäsium-137-Werte finden. In den Jahren 2018 bis 2021 war das bei 16 Lebensmittelproben der Fall, wobei ein Reh aus dem Bezirk Braunau mit 649 Bq/Kg über dem Grenzwert von 600 lag.

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Die Angaben damals waren so beklemmend wie unkonkret. Jetzt ist es vorbei mit der sch... Atomkraft, dachte ich. Das hat sich leider als nicht so richtig erwiesen.

Gabriele Schweiger von atomstopp.at, war damals 23

Aber auch im positiven Sinn wirkt Tschernobyl noch nach: Oberösterreichische Anti-Atomkämpfer, die diese Katastrophe in jungen Jahren miterlebt haben, kämpfen noch heute gegen die Risiken grenznaher Atomkraftwerke wie in Temelín. Wie zum Beispiel Gabriele Schweiger von atomstopp.at: „Mit Tschernobyl im Hinterkopf“ kämpft sie heute für den europaweiten Atomausstieg.

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