17.04.2021 18:22 |

Pakistans Premier:

„Mohammed-Beleidigung wie Holocaust-Leugnung“

Beleidigungen des Propheten Mohammed sollen ähnlich strafrechtlich geahndet werden wie die Leugnung des Holocaust. So lautet eine Forderung des pakistanischen Premierministers Imran Khan an westliche Regierungen. Die Leugnung der Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten ist neben Deutschland und Österreich auch in zahlreichen anderen europäischen Staaten verboten und kann bis zu einer Haftstrafe führen.

Muslime auf der ganzen Welt empfänden „höchste Liebe und Respekt für unseren Propheten“, erklärte Khan am Samstag auf Twitter. Respektlosigkeit und Beschimpfungen könnten nicht toleriert werden. Westliche Regierungen, „die alle negativen Äußerungen über den Holocaust ächten, sollten dieselben Standards nutzen, um diejenigen zu bestrafen, die mutwillig ihre Hassbotschaften gegen Muslime streuen, indem sie unseren Propheten beschimpfen“, meinte der Regierungschef.

Proteste wegen Mohammed-Karikaturen
Hintergrund der Forderung sind tagelange anti-französische Proteste in Pakistan wegen Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr, der sich unter anderem deutlich zur Meinungsfreiheit bekannt und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen verteidigt hatte. Von vielen Muslimen werden die Karikaturen als blasphemisch empfunden. Ein prominenter Islamist Pakistans war vor wenigen Tagen verhaftet worden. Er hatte die Ausweisung des französischen Botschafters wegen der Karikaturen gefordert.

Streit um französischen Botschafter
Saad Rizvi, Vorsitzender der Islamistenpartei Tehreek-e-Labbaik Pakistan, setzte der Regierung ein Ultimatum für die Ausweisung des Botschafters bis zum 20. April. Für den Fall, dass der Diplomat im Land bleiben darf, kündigte Rizvi weitere Proteste an. Nach seiner Verhaftung am Montag strömten Tausende auf die Straßen von Lahore, der Hafenstadt Karachi oder der Garnisonsstadt Rawalpindi. Sie setzten auch Autos und Geschäfte in Brand. Demonstranten blockierten zudem die Autobahn, die Lahore mit Islamabad verbindet und lieferten sich an mehreren Stellen Zusammenstöße mit der Polizei, wie die Behörden mitteilten.

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