16.04.2021 13:55 |

Schönste Wanderrouten

Über Stock und Stein auf dem Walserweg

Eine abwechslungsreiche Runde führt von Nüziders über die Ruine Sonnenberg bis zur Bergparzelle Laz. Dabei gibt es Historisches und Naturkundliches zu entdecken.

Heute geht es von Nüziders bergan durch den Wald auf dem alten Walserweg bis zur Bergparzelle Laz. Startpunkt ist beim Dorfbrunnen. Von dort folgt man zunächst der Dr. Seeger-Straße, biegt dann rechts auf den Burgweg und zweigt schließlich links in den Schloßweg ab. Die Straßennamen sind bereits Hinweise auf das historische Gebäude, dessen Überreste bis heute sichtbar sind. Denn nach einem kurzen Anstieg ragen linker Hand über der Ortschaft die Gemäuer der Ruine Sonnenberg empor. Von der einstigen Burg ist vor allem ein Rest des nordseitigen Turms erhalten.

Spannende Geschichte der Ruine Sonnenberg
Die Anlage wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert als Sitz des Dienstmannengeschlechts „von Nüziders“ erbaut und trug ursprünglich auch deren Namen. Während einer Fehde zwischen dem Bischof von Chur, Graf Hartmann von Werdenberg-Sargans und Herzog Friedrich IV. von Österreich wurde das herrschaftliche Gebäude samt der Ortschaft Nüziders niedergebrannt. Der Bischof ließ die Burg in den Jahren 1409/10 wieder errichten und gab ihr den Namen Sonnenberg. Dieser Name setzte sich schließlich auch als Herrschaftsbezeichnung durch.
Der Adelssitz allerdings ist im Zuge einer weiteren Auseinandersetzung zwischen dem neuen Besitzer, Eberhard Truchsess von Waldburg, und Herzog Sigmund von Österreich im Jahr 1473 zerstört worden. Heute können Wanderer die Ruine Sonnenberg erobern, dies jedoch mit gebotener Vorsicht, da an der höchsten Stelle der Felsen steil abfällt.

Den Geräuschen des Waldes lauschen
Vom historischen Gemäuer aus eröffnet sich ein weiter Blick über den Walgau. Von der Ruine folgt der Wanderer dem Wegweiser in Richtung Laz/Ludescherberg. Dem Forstweg entlang geht es in großzügigen Kehren bergauf. Immer wieder lässt sich durch die Bäume ein Blick in Richtung Bludenz/Nüziders erhaschen. Wer kurz innehält, kann dabei den Geräuschen des Waldes lauschen: Das typische Hämmern der Spechte ist weithin zu hören, genauso wie die krächzenden Warnrufe der Eichelhäher. Hin und wieder sind die Laute der Greifvögel zu vernehmen, die die Thermik ausnutzend weit über den Bäumen kreisen.

Der würzige Duft des Waldbodens
Begleitet von dieser Symphonie aus Naturlauten marschiert man ein gutes Stück entlang des Weges, bis ein Schild auf den Walserweg hinweist. Vor mehr als 700 Jahren kam es aus dem oberen Rhonetal im heutigen Kanton Wallis zu einer verstärkten Abwanderung alemannisch sprechender Siedler. Einige ließen sich im angrenzenden Vorarlberg nieder. Bezeichnungen wie Walsertal oder Walserweg weisen auf das historische Ereignis hin. Der schmale Walserpfad Richtung Laz führt zunächst zwischen jungen Buchen und unter mächtigen Nadelbäumen hindurch. Das Laub vom vergangenen Jahr raschelt unter den Füßen, und der würzige Duft des Waldbodens steigt in die Nase. Vom Wind abgebrochene Tannen- und Fichtenzweige bieten kleinen Bodenbewohnern wie der Wald- und der Rötelmaus eine willkommene Mahlzeit: Die Zapfen werden von den kleinen Tierchen schön sauber abgenagt, bis nur noch der hölzerne Strunk übrig ist. Weniger manierlich ist das Eichhörnchen, das ausgefranste Zapfenreste übrig lässt. Leicht ansteigend geht es auf der Route dahin, und bald sind auf dem gegenüberliegenden Hang die ersten Häuser des Ortsteils Laz auszumachen. Weiter führt der Walserweg quer über den Hang, und schon bald ist die Bergparzelle erreicht.

Eine Rast bei „Maria Heimsuchung“
Einzelne Gehöfte und Wohnhäuser sowie die Kapelle „zu Unserer lieben Frau Maria Heimsuchung“ ergeben ein idyllisches Bild. Das Lazer Kirchlein wurde 1672 errichtet und wirkt mit dem Glockenturm mit Zwiebelhaube besonders adrett. Bänke laden den Wanderer dazu ein, eine Rast einzulegen. Nach ein paar genussvollen Momenten geht es den Wiesenweg retour. Dann folgt man dem Wegweiser über den Messweg, einem Pfad über Stock und Stein, der immer wieder tolle Aussichtspunkte bietet. Schließlich gelangt man zur Wasserfassung und tritt von da wieder auf die Straße, die direkt an der Ruine Sonnenberg vorbeiführt. Von da ist es nicht mehr weit zum Ausgangspunkt der Runde.

Fakten

  • Typ: großzügiger Rundweg
  • Dauer: 2 bis 2.5 Stunden
  • Höhenmeter: zirka 440
  • Ausgangspunkt: Dorfbrunnen Nüziders
  • Charakter der Wege: Straße, Forstwege, Waldpfad
  • Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, eventuell Stöcke und Getränk
  • Besonderheiten: Ruine Sonnenberg, Bergparzelle Laz mit Kapelle „Maria Heimsuchung“
  • Öffentl. Verkehrsmittel: Buslinie 76 vom Bahnhof bis zum Gemeindeamt
Rubina Bergauer
Rubina Bergauer
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