14.04.2021 13:59 |

Ö hat „Alternativen“

Stopp für US-Vakzin belastet Impfplan nicht

Offenbar haben weder Lieferausfälle von AstraZeneca noch der vorläufige Lieferstopp des US-Herstellers Johnson & Johnson eine negative Auswirkung auf den österreichischen Impfplan. Laut dem Infektiologen Herwig Kollaritsch gibt es nämlich „Alternativen“, mit denen sich das Impfprogramm auffüllen lasse.

Das Vakzin des US-Herstellers, von dem eine Dosis zur Vollimmunisierung ausreicht, sei kein „dominanter Teil des österreichischen Impfplans“, sagte Kollaritsch am Mittwoch im Ö1-„Mittagsjournal“. Die in den USA beobachteten Nebenwirkungen nach einer Impfung wären äußerst selten aufgetreten, betonte der Experte, der auch im Nationalen Impfgremium sitzt.

Es handle sich um „sechs Fälle von außergewöhnlichen thromboembolischen Ereignissen auf 6,8 Millionen verimpfte Dosen“. Kollaritsch merkte an, die dokumentierten Nebenwirkungen seien derart selten, dass man sich „sehr genau überlegen wird müssen, wie man die Kosten-Nutzen-Bewertung dieses Impfstoffes macht“. Die bereits in Österreich eingetroffenen 16.800 Dosen werden vorerst nicht verimpft.

Verursacht Trägervirus in Impfstoff die Komplikationen?
In den USA sind seit der Zulassung des Johnson & Johnson-Vakzins Ende Februar bei mehr als 6,8 Millionen Verimpfungen im Anschluss sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden. In drei Fällen kam es zusätzlich zu einer Thrombozytopenie, also einem Mangel an Blutplättchen. In den Präparaten von Johnson & Johnson und AstraZeneca wird ein an sich harmloses Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen.

Es könnte sein, dass dieser Vektor die Komplikationen verursacht. Es sei theoretisch auch denkbar, dass das Spike-Protein des Virus, das in allen verfügbaren Impfstoffen dem Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen präsentiert wird, die Nebenwirkungen verursacht, erklärte Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn. Ebenso sei es grundsätzlich möglich, dass die Nebenwirkungen unspezifisch im Rahmen der allgemeinen Immunantwort ausgelöst würden.

Auf diese Symptome müssen Geimpfte achten
Bei einer Sinusvenenthrombose kommt es zu einem Verschluss bestimmter Venen im Gehirn durch Blutgerinnsel. Dies macht sich vor allem durch Kopfschmerzen bemerkbar, auch epileptische Anfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen können auftreten. Ein Mangel an Blutplättchen wiederum führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Als Symptome treten punktförmige Einblutungen in die Haut oder Schleimhäute auf, gelegentlich auch starkes Nasenbluten.

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