Fleißiger Autor

Anschober prägte Oberösterreich auch mit Büchern

Aus dem Polizei-Kritiker wurde ein Wegbereiter genussvoller „grüner“ Kochkunst. Schutz des Klimas mit einem Boom der Wirtschaft zu verbinden, war Rudi Anschober ein großes Anliegen.

Nachhaltigkeit war immer sein Anliegen, also predigte Rudolf „Rudi“ Anschober seine Kernbotschaften in Oberösterreich (vor der Ministerzeit) nicht nur im vergänglichen Polit-Alltag, sondern dauerhafter mit bisher fünf Sachbüchern. An ihnen lässt sich schön seine Polit-Karriere im Bundesland nachzeichnen.

1995 ging´s los
Das erste stammt noch aus seiner Zeit als Nationalratsabgeordneter: „Die Prügelknaben der Nation“ von 1995 ging doppeldeutig mit „Prügelpolizisten“, aber auch mit einem Polizeisystem, das die kleinen Sicherheitskräfte vielfältig im Stich ließ, ins Gericht.

Politisches Tagebuch
2003, nach sechs Jahren im Landtag, eroberte Anschober einen grünen Sessel in der Landesregierung. Damals hatte er noch Zeit zum Tagebuchführen, die Folge war das Buch „Grün regiert“, das Einblicke in die Verhandlungen mit der ÖVP über das allererste schwarz-grüne Bündnis in Österreich und in das erste Jahr als Landesrat gab – ohne irgendjemanden bloßzustellen. Trotzdem immer noch lesenswert.

Auf Klima-„Weltreise“
In den 12 schwarz-grünen Jahren in Linz war Anschober für Energiepolitik und Klimaschutz zuständig. Daraus entstand gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Petra Ramsauer das Buch „Die Klima-Revolution“ mit dem ambitionierten Untertitel „So retten wir die Welt“. Darin zeigen die beiden Autoren an fünf Schauplätzen, was die Erderwärmung anrichtet – vom sinkenden Atoll Kiribati in der Südsee, den tauenden Eismeeren an den Polen und dem Gletscherschwund in den Alpen über die Wasserknappheit im brasilianischen Dschungel bis hin zum womöglich ersten Klimakrieg in Darfur in Sudan. Aus der Idee, das Buch zehn Jahre danach (also 2017) zu aktualisieren, wurde leider nichts.

„Grünes Wirtschaftswunder“
Aber 2011 folgte „Das Grüne Wirtschaftswunder“ mit Anschobers zentralem Anliegen, aus dem Kampf gegen den Klimawandel auch wirtschaftliche Erfolge zu ziehen, insbesondere im Bereich von Energieeffizienz und erneuerbarer Energie. Auch dieses Buch bietet Tipps dafür, welche Beiträge zur Energiewende und zum Klimaschutz jeder Mensch leisten kann.

Für besseres Essen
Ein Jahr vor der Wahl 2015 konzentrierte sich der leidenschaftliche Koch Anschober auf „Besser Essen“ als Beitrag zur Rettung des Klimas und gegen die Vergeudung von Lebensmitteln: Eine Mischung aus Kochbuch und Umdenk-Appell. Dann wurde er Landesrat für Flüchtlinge sowie Integration und hatte fortan andere Sorgen.

Und Buch sechs? Das kommt erst, so Anschober bei seiner Rücktrittserklärung am Dienstag. Es werde „Ein politischer Roman“ werden – nach diesen 15 Monaten im türkis-grünen Pandemie-Maschinenraum kann es wohl nur ein Thriller werden.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Mittwoch, 12. Mai 2021
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