12.04.2021 19:00 |

Forschung

Zeitzeugen gesucht: Was geschah in Kinderheimen?

Im kirchlichen Mädchenheim Martinsbühel in Zirl wurden einst über Jahre Schützlinge schwer misshandelt. Ausgehend von diesen Vorwürfen nehmen Forscher zahlreiche Tiroler Kinderheime unter die Lupe. Sie suchen dafür jetzt Zeitzeugen.

Begleitet von der Dreierkommission Martinsbühel startete mit 1. Juni 2020 ein zweijähriges Forschungsprojekt zu den kirchlichen Heimen in Tirol nach 1945. Forscher der Universität Innsbruck suchen nun ehemalige Heimkinder, Verwandte oder Mitarbeiter, die über den Alltag in folgenden Heimen berichten können und möchten: Martinsbühel, Scharnitz, Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams.

Forschungen laufen bis April 2022
Die Forschungsarbeiten laufen bis 30. April 2022. Es werden Heimstrukturen und Lebenswirklichkeiten der dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen erforscht. Es geht aber auch um Arbeitsbedingungen des Personals. Einweisungswege und die beteiligten Zuständigen (Fürsorge, Schulen, Ärztinnen/Ärzte, Familien) werden untersucht.

Wie sah der Alltag unter kirchlicher Betreuung aus?
Dabei geht es um folgende Fragen: Wo lagen Aufsichtspflichten und wie wurden diese wahrgenommen? Wie sah der Alltag der Betroffenen unter kirchlicher Betreuung aus? Es geht um den emotionalen und körperlichen Umgang mit Betroffenen, um Schulunterricht und Ausbildung, Arbeit und hygienische Verhältnisse. Es geht auch um Ausbildung, Tätigkeitsbereiche und Aufgabengebiete des Personals.

Informationen werden streng vertraulich behandelt
„Alle Informationen werden streng vertraulich behandelt“, betonen die Forscher. Die Interviews werden wissenschaftlich verwendet. Zeitzeugen können sich schriftlich oder per Telefon melden.

- Postanschrift: Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck, Innrain 52d, 6020 Innsbruck (Kennwort: Forschungsprojekt konfessionelle Heime Tirol)
- Telefon: 0512/507-44 0 16 (Mo bis Fr, 9 bis 11 Uhr, Di und Do auch 15 bis 16 Uhr)
- E-Mail an die Projektmitarbeiter Friedrich Stepanek (Universität Innsbruck) und Ina Friedmann (Wissenschaftsbüro Innsbruck): friedrich.stepanek@uibk.ac.at und ina.friedmann@uibk.ac.at

Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet zu finden unter: https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/forschung/laufende-projekte.html.de/martinsbuehel_dok.pdf

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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