11.04.2021 14:45 |

Ergreifendes Foto

Corona-Patienten bekommen Wärme von „Hand Gottes“

Auf Twitter sorgt ein Foto für Bestürzung, weil es zeigt, wie einsam und allein isolierte Covid-Intensivpatienten in ihrem Kampf sind. Das von einem Journalisten gepostete Foto zeigt die Hand eines brasilianischen Corona-Patienten zwischen zwei mit warmem Wasser gefüllten OP-Handschuhen, die an den Fingern zusammengeknotet wurden. Genannt wird diese Praxis die „Hand Gottes“. Sie simuliert menschliche Berührung und Nähe.

Brasilien gehört weltweit zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern. Das Gesundheitssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch und Patienten kommen längst zu kurz. Um den Schwerstkranken, die keinen Besuch von ihren Angehörigen bekommen dürfen, ein wenig Fürsorge zu schenken, greift das besorgte Krankenhauspersonal zu einem Trick, wie der Journalist Sadiq „Sameer“ Bhat auf Twitter enthüllt.

Simuliert menschlichen Kontakt
„Zwei Einwegeandschuhe gefüllt mit warmem Wasser, die den nicht möglichen menschlichen Kontakt simulieren sollen“, schreibt er zu einem Foto, das eine Hand zwischen zwei Plastikhandschuhen zeigt, und erklärt, diese Praxis werde „Hand Gottes“ genannt. „Ich ziehe den Hut vor denen, die an vorderster Front arbeiten. Dies ist eine eindringliche Erinnerung daran, in welch düsterer Lage sich die Welt befindet“, endet er seinen Tweet, der mittlerweile tausendfach geteilt wurde.

Verängstige Patientin beruhigt
Erfunden hat die Praxis die Krankenschwester Lidiane Melo, die in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro arbeitet. Die 36-Jährige sagte dem News-Portal „G1 Globo“, dass sie die Handschuhe zunächst nur benutzt habe, um die Durchblutung der Hände der Patienten zu fördern.

Eine Patientin, die intubiert werden musste, war dann so panisch, dass sie gefleht hatte, dass sie bei ihr bleibe und ihre Hand halte. Das ging natürlich nur für kurze Zeit, zu viele Patienten brauchten ihre Hilfe. Deshalb habe sie der verängstigten Frau die wärmenden Handschuhe angezogen. „Sie beruhigte sich und sagte, es sehe so aus, als würde ich ihre Hand halten. Ich sagte, es sei nicht meine, aber sie sollte denken, es sei die Hand Gottes“, erinnert sich die Krankenschwester.

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz
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