08.04.2021 08:27 |

In New York im Einsatz

Corona-Impfausweis mit QR-Code spaltet die USA

New York hat als erster und bisher einziger US-Staat einen digitalen Pass mit QR-Code eingeführt, der als Nachweis für eine Corona-Impfung oder einen negativen Test dient. Doch nicht alle sind begeistert von dem Zertifikat, das mehr Freiheiten im Alltag ermöglicht. Gouverneure anderer Bundesstaaten haben den Einsatz eines solchen Passes bereits untersagt - auch bundesweit wird dieses Modell keine Schule machen, so die Sprecherin des Weißen Hauses.

Caroline Baron ist ganz begeistert von ihrem Corona-Impfausweis. „Ich bin stolz, geimpft zu sein, und ich bin froh, es zeigen zu können“, sagt die New Yorkerin bei einem Konzertbesuch. „Es wird die Dinge einfacher machen, gerade bei solchen Sachen“, fügt die Filmemacherin mit Blick auf ihre erste Kulturveranstaltung seit mehr als einem Jahr hinzu. In der Bescheinigung kann man mittels QR-Code auslesen, ob der Besitzer geimpft oder negativ auf das Coronavirus getestet wurde.

Doch nicht alle US-Amerikaner teilen Barons Meinung: Viele Politiker und Bürger haben Bedenken, was den Einsatz eines Impfpasses betrifft. Dabei ist so ein Zertifikat anderswo schon gang und gäbe: Israel hat bereits einen sogenannten „Grünen Pass“, der Geimpften beispielsweise Zutritt zu Cafés und Restaurants verschafft. Auch in der EU gibt es Pläne zu einem einheitlichen Zertifikat, das in der Pandemie wieder ein wenig Normalität ermöglichen soll. 

Kommt gleiche Diskussion wie bei Maskenpflicht?
Auch in den USA, wo die Impfkampagne mit atemberaubendem Tempo vorankommt, wird zunehmend über solche Bescheinigungen diskutiert. Sie gelten für viele als bester Weg für eine rasche und zugleich sichere Rückkehr zur Normalität. Doch Impfausweise sind höchst umstritten - und manche befürchten gar einen neuen Kulturkampf wie beim Tragen von Schutzmasken.

Gouverneurin: „Eine der un-amerikanischsten Ideen in der Geschichte“
Republikanische Gouverneure wie Ron DeSantis in Florida und Greg Abbott in Texas haben Behörden und Unternehmen bereits untersagt, einen Impfnachweis auszustellen oder zu verlangen. DeSantis spricht von einer drohenden Gefahr für die Freiheitsrechte und Privatsphäre der Bürger. South Dakotas konservative Gouverneurin Kristi Noem bezeichnete Impfausweise gar als „eine der un-amerikanischsten Ideen in der Geschichte unserer Nation“.

US-Präsident: Kein Impfpass auf Bundesebene
Präsident Joe Biden ist sichtlich bemüht, sich aus der Debatte herauszuhalten. Seine Sprecherin Jen Psaki stellte diese Woche klar, dass es einen einheitlichen Impfausweis auf Bundesebene nicht geben wird. Die Privatwirtschaft könne solche Ideen aber vorantreiben - etwa, damit Menschen wieder sicher in Sportstadien und Kinos gehen könnten. Das Weiße Haus will lediglich Richtlinien vorlegen, um den Schutz der Privatsphäre sicherzustellen und „unfaire“ Praktiken oder „Diskriminierung“ zu verhindern.

Experte geht davon aus, dass Widerstand verschwindet
Marcus Plescia von der US-Vereinigung der Gesundheitsbehörden-Vertreter geht davon aus, dass die meisten Menschen Impfpässe zumindest in manchen Situationen als sinnvoll ansehen. „Ich denke, ein Teil des Widerstrebens dürfte verschwinden, wenn die Menschen sehen, dass man viele Dinge machen kann, sobald man geimpft ist.“

Quellen: APA/AFP

Miriam Krammer
Miriam Krammer
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).